Willkommen, Gast
👋 Verpassen wir das Leben, wenn wir besonders schöne Ereignisse maximieren wollen?
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Ich bin auf einen interessanten Gedanken von Oliver Brukeman ("4000 Wochen") gestoßen und würde gerne Ihre Meinungen dazu hören. Der Autor spricht davon, dass die Suche nach der dauerhaften Wiederholung wunderschöner Erlebnisse möglicherweise dazu führt, dass wir nicht wirklich im Moment präsent sind. Die Idee, ständig nach solchen Erfahrungen zu streben, könnte uns letztendlich davon abhalten, das gegenwärtige Leben vollständig zu erleben.

Burkeman und ich glauben, dass diese Tendenz, Erfahrungen zu horten, an der Schwierigkeit liegt, unsere Endlichkeit anzuerkennen (siehe Kapitel 1 im Buch über die Terror Management Theorie). 

Die Vorstellung, sich ständig außerhalb des Lebens zu positionieren und es nur zu beobachten, mag zwar Sicherheit bieten, bedeutet aber auch, sich nie vollständig darauf einzulassen – mit all der Verletzlichkeit, Unsicherheit und dem Bewusstsein des eigenen Todes.

Können Sie sich mit dieser Perspektive identifizieren? 👋 Teilen Sie Ihre Gedanken dazu! 
Wie geht Ihr mit der Balance zwischen dem Streben nach besonderen Erlebnissen und dem Wunsch, den gegenwärtigen Moment vollständig zu erfahren, um?
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Ich kenne das in Ihrem Post erwähnte Buch 4000 Wochen nicht, habe aber danach gegoogelt und den Klappentext gelesen. Oliver Brukeman beschäftigt sich in dem Buch offenbar mit dem Thema "bewusstes Leben" und auch "Zeitmanagement". Von der warte aus, hat Brukeman recht. Schöne Erlebnisse sind jedoch nicht per se schlecht, ein krampfhaftes Herbeiführen wollen hingegen, kann bewusstes Leben be- und auch verhindern. Was jedoch ist bewusstes Leben? Letztendlich impliziert dies für mich auch das Anerkennen der eigenen Endlichkeit und nach meinen Erfahrungen (durch den Kontakt zu älteren Menschen) kehrt sich das nicht anerkennen wollen mit zunehmendem Lebensalter um. Ansonsten verhindert auch das klassische Zeitmanagement (und ja - auch ich durfte bei meinem früheren Arbeitgeber bereits ein Seminar über Zeitmanagement besuchen ;-)) ebenfalls bewusstes Leben, da es m. E. ein eher materielles Ziel (Gewinnmaximierung - aber auch nicht unbedingt die eigene) verfolgt. 

Wie versuche ich das hinzubekommen? Ja - ich weiß - es gelingt mir (noch) nicht, aber ich bin mir meiner eigenen Unzulänglichkeit bewusst. Ich bemühe mich wichtiges und unwichtiges voneinander zu trennen und die meisten Dinge des Alltages sind eigentlich (in Bezug auf bewusst Leben) eher unwichtig d. h. ich versuche mich z. B. mit lieben Menschen zu umgeben, dessen Anwesenheit mir gut tut. Ich habe vor wenigen Jahren auch schon eine Freundschaft aufgekündigt, da diese mir eben nicht gut getan hat - nein - sie hat mir nicht nur nicht gut getan, sondern mich sogar immens belastet...
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Mag sein, dass diese Tendenz, dauerhaft wunderschöne Erlebnisse haben zu wollen, mit dem Fakt der Endlichkeit zu tun hat. Quasi ganz bewusst, so viel wie möglich an schönen Erfahrungen in dieses Leben packen zu wollen. 
Ich glaube, dass wir alle lieber schöne Erlebnisse und Erfahrungen in unserem Leben haben wollen. Aber diese bewusst immer herbei führen zu wollen, halte ich für problematisch. Ich denke, dass das Leben wohl viele Ups and etliche Downs mit sich bringt. Und gerade bei den Downs stellt sich wohl die Frage, wie ich letztendlich damit umgehe. Verdrängen, ausweichen, neuen "Glückstermin buchen" oder sich der Sache stellen und insgesamt annehmen.

Schwierigkeiten, Rückschläge, Krankheiten, emotionaler Stress fordert uns doch alle. Und jede(r) von uns kennt diese Situationen. Anders als dauerhaft auf Wolke 7 zu schweben... Wir machen Erfahrungen- positive und negative, ziehen unsere Schlüsse, machen Bilanz. Und ich glaube auch, dass wir alle unserem Leben einen Sinn geben wollen, irgendwie "wachsen" und vorankommen wollen. Und falls es uns gelingt, schwierige Situationen durchzustehen oder gar Lösungen zu finden, ist das doch pures Glück! Vielleicht wertvoller, als manches besondere Erlebnis. Wir haben z.B. erkannt, dass wir regelmäßige Auszeiten brauchen. Uns wurde klar, dass wir zu dem fordernden -aber auch erfüllenden- Alltag einen bewussten Ausgleich brauchen: mal was ganz anderes!

Die Balance zw. dem Streben nach besonderen Erlebnissen und dem Wunsch, vollständig im Hier und Jetzt sein zu wollen? Hat was mit Sehnsüchten zu tun. Was zieht uns an? Ich seh da kein Balance-Bedarf. Ich kann doch immer und überall im Augenblick sein, präsent sein. Das Streben nach besonderen Erlebnissen heißt wohl auch verlassen der Comfort-Zone. Hat doch auch seine Berechtigung, lässt uns wachsen. Für die einen spannend, für andere höchste Gefahr...Tja, so sind wir wohl..
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Super spannend.

Tatsächlich müssen wir manchmal negative Gefühle haben, um überhaupt glücklich sein zu können. 

Wir werden im Mindest-Teil des Langlebigkeitsprogramms die ersten Stunden intensiv darüber sprechen, weil das richtige Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen von Glück glaube ich ganz entscheidend sind. 

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