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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei

Wie schädlich sind Lektine?

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Wie schädlich sind Lektine?

Das hängt ganz davon ab, wie gut die Verteidigungsmechanismen unseres Körpers funktionieren. Grundsätzlich ist es so, dass kein Lebewesen auf der Welt gegessen werden möchte.

Während Tiere die Fähigkeit haben, wegzulaufen, sich zu verteidigen oder sich zu verstecken, haben Pflanzen diese Möglichkeit nicht. Pflanzen besitzen stattdessen Gifte, und einige dieser Gifte sind Lektine.

Ursprünglich sind Lektine gegen Insekten und nicht gegen uns Menschen gerichtet.

Unser Körper hat Systeme, um Lektine zu tolerieren. Ein Schlüsselmechanismus ist die Schleimschicht, welche den Magen-Darm-Trakt auskleidet.

Je gesünder unser Magen-Darm-Trakt ist, desto besser ist diese Schutzschicht. Solange die Menge an Lektinen, die wir aufnehmen, begrenzt ist, kommt es in der Regel zu keinen Problemen, da die Lektine den Schleim binden und über den Stuhl ausgeschieden werden.

Doch wenn Lektine die Schleimhaut erreichen, kommt es zu Reaktionen. Ein gesunder Mensch könnte beispielsweise einiges an glutenhaltigen Lektinen zu sich nehmen, ohne größere Probleme zu erfahren.

Doch in großen Mengen oder bei vorgeschädigtem Magen-Darm-Trakt können auch geringe Mengen Lektin Reaktionen hervorrufen. Der Zustand unserer Gesundheit ist also entscheidend dafür, wie stark wir auf Lektine reagieren.

Es gibt auch genetische Faktoren, die die Anfälligkeit gegenüber Lektinen beeinflussen. Sobald jedoch eine Reaktion auf Lektine begonnen hat, kann ein Teufelskreis entstehen. Lektine greifen die Schleimhaut an, es kommt zu Entzündungen und zu einer Verringerung der Schleimproduktion.

Dies kann dazu führen, dass der Körper anfängt, auch auf andere Nahrungsmittel zu reagieren und Antikörper zu bilden, was die Entzündung verschlimmert.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sollte die Ernährung überdacht werden.

Eine lektinfreie Ernährung kann in vielen Fällen ausreichend sein, um die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts wiederherzustellen. Für die meisten Menschen reicht eine lektinfreie Ernährung aus, um ihre Gesundheit zu verbessern.

Nur bei einer kleinen Gruppe von Menschen sind weitergehende Maßnahmen notwendig.

Langfristig kann eine lektinfreie Ernährung zu einer signifikanten Verbesserung der Gesundheit führen.

Dennoch muss man bei einer Rückkehr zu einer lektinhaltigen Ernährung vorsichtig sein, besonders wenn man eine genetische Prädisposition hat.

Sind Lektine also schädlich? Für Menschen, die darauf empfindlich reagieren, sind sie es auf jeden Fall.

Es kommt dabei jedoch stark auf das individuelle Reaktionsmuster an. Glücklicherweise gibt es Tests, um die persönliche Verträglichkeit gegenüber Lektinen zu bestimmen.


Quellen: Correlation Analysis of Genetic Mutations and Galectin Levels in Breast Cancer Patients., Human gut microbes express functionally distinct endoglycosidases to metabolize the same N-glycan substrate., Sulfur dioxide inhibits mast cell degranulation by sulphenylation of galectin-9 at cysteine 74.

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