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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wie ernährt man sich entzündungshemmend, insbesondere bei einem vorliegenden Sjögren-Syndrom? Die erste, wichtigste Sache ist: Man sollte Entzündungen nicht nur symptomatisch hemmen.
Wenn man einen Bluttest mit erhöhten Entzündungswerten hat, ist ein ganz wichtiger Schritt, die Entzündungswerte idealerweise zu nullen. Dies ist nicht nur wichtig, weil die Autoimmunerkrankung dadurch befeuert wird, sondern auch, weil fast alle Zivilisationserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz und Krebserkrankungen letztlich entzündliche Erkrankungen sind.
Je mehr Entzündung ich in meinem Körper habe, desto höher ist mein Risiko, solche Erkrankungen zu bekommen.
Symptomatisch können viele Menschen Ibuprofen und Diclofenac einnehmen.
Doch diese Medikamente schädigen die Integrität der Magen-Darm-Barriere und sind daher bei chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen möglicherweise nicht die beste Wahl. Stattdessen kann Curcumin, eine Substanz, die in der Apotheke erhältlich ist, verwendet werden.
Curcumin wirkt in Studien entzündungshemmend, ohne die negativen Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Menge an Omega-3-Fetten im Blut. Omega-3 und Omega-6 sind essentielle Fette, die unser Körper benötigt, weil er sie nicht selbst herstellen kann.
Omega-3 stammt meist aus maritimer Nahrung wie Fisch. Omega-6 hingegen kommt vorwiegend aus pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumenöl und Sojaöl. Beide Fette werden in Botenstoffe des Immunsystems umgewandelt: Omega-3 in entzündungshemmende und Omega-6 in entzündungsfördernde.
Ein zu hoher Omega-6-Gehalt kann Entzündungen begünstigen und somit auch autoimmunerkrankungsbedingte Beschwerden verschlimmern.
Das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fetten sollte idealerweise 1:2 betragen.
Eine typische Portion Fisch enthält etwa 2 bis 2,5 g Omega-3-Fette, was für eine wöchentliche Aufnahme von zwei Portionen ausreicht. Da viele Menschen dies nicht schaffen, bleibt ihre Omega-3-Aufnahme oft deutlich geringer.
Pflanzliche Quellen wie Leinsamen enthalten auch Omega-3, doch die Umwandlungsrate davon ist gering und führt meist zu einem Missverhältnis von Omega-3 zu Omega-6.
Ein nicht ausgeglichenes Verhältnis von Omega-Fetten führt zu entzündungsfördernden Zuständen, die mit Autoimmunerkrankungen assoziiert sind.
Patienten mit einem ausgewogenen Verhältnis sehen oft eine Reduktion ihrer Symptome. Beispielsweise haben Asthmatiker mit einem besseren Verhältnis von Omega-Fetten weniger Asthmaanfälle.
Besonders wichtig bei der Sjögren-Erkrankung ist die Reduktion von entzündungsfördernden Lektinen, die in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Diese können die Schutzschleimschicht des Darms angreifen und führen dazu, dass Körperbereiche, die normalerweise geschützt wären, entzündlich reagieren.
Eine konsequente Reduktion von Lektinen in der Ernährung kann daher helfen, die Entzündungsmenge im Körper zu verringern.