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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Eine gelbliche Verfärbung der Haut oder insbesondere des Augenweißes sollte stets ernstgenommen werden.
Oftmals sind es gerade die weißen Anteile des Augapfels, an denen die Gelbfärbung zuerst auffällt, bevor sich die Farbe auf die Haut ausbreitet. Dieses Symptom ist ein Hinweis darauf, dass der Körper Probleme im Abbau des sogenannten Bilirubins hat.
Bilirubin entsteht beim Abbau roter Blutkörperchen ein Prozess, der überwiegend in der Leber abläuft. Wenn die Leber mit ihren Stoffwechselfunktionen überfordert ist oder erkrankt, sammelt sich Bilirubin im Körper an.
Anfangs führt das zu einer gelblichen Hautfarbe und später häufig auch zu Juckreiz. Sollte die Leber längere Zeit nicht mehr richtig arbeiten, droht im schlimmsten Fall ein Leberversagen.
Deshalb ist es entscheidend, die Ursache für eine Gelbfärbung ärztlich abklären zu lassen. Es gibt harmlose und ernsthafte Gründe. Einer der vergleichsweise harmlosen Auslöser ist das sogenannte Morbus Meulengracht (auch Gilbert-Syndrom genannt).
Diese genetisch bedingte Variante kommt in Mitteleuropa nicht selten vor und verkürzt die Lebenserwartung im Regelfall nicht. Betroffene neigen unter Stress oder beim Fasten dazu, einen Anstieg des Bilirubins zu entwickeln, was durch gelbe Augen und Haut auffallen kann.
Meist verschwindet die Verfärbung nach der Belastungsphase wieder. Dennoch sollten Sie diese Diagnose durch Laborwerte oder einen gezielten Test abklären lassen.
Gelbfärbung findet sich auch sehr häufig bei Neugeborenen.
In den ersten Tagen funktioniert die kindliche Leber noch nicht vollumfänglich und baut das Bilirubin nur langsam ab. Fälle starker Gelbfärbung werden im Krankenhaus behandelt, da hier eine gesundheitliche Gefährdung droht.
Eine weitere bedeutende Ursache für Gelbsucht ist die Hepatitis, eine virale Entzündung der Leber. Hepatitis kann unterschiedliche Ursachen und Übertragungswege haben: Hepatitis A wird oft über kontaminierte Lebensmittel übertragen, während Hepatitis B und C meist durch Blutkontakt infizieren.
Eine Impfung kann gegen einige Varianten schützen, nicht aber gegen alle. Situationen wie Friseurbesuche, bei denen Geräte mehrfach verwendet werden und mit Blut in Kontakt kommen, bergen ein nicht zu unterschätzendes Risiko für eine Übertragung.
Einige Menschen leiden an Autoimmunerkrankungen, die sich ebenfalls auf die Leber auswirken können. Eine Autoimmunhepatitis ist ein Beispiel dafür. Wer erstmals eine Gelbfärbung der Haut oder Augen bemerkt, sollte dies umgehend ärztlich untersuchen lassen insbesondere, wenn bereits eine andere Autoimmunerkrankung vorliegt.
Erhöhte Leberwerte machen medizinisches Handeln erforderlich eine Eigenbehandlung, etwa mit Mariendistel-Präparaten, sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache erfolgen. Mariendistel kann helfen, die Entgiftungsfähigkeit der Leber zu unterstützen, beeinflusst aber auch den Abbau von Medikamenten und Hormonen.
In manchen Fällen, wie zum Beispiel bei Frauen mit erhöhten Östrogenwerten in der Perimenopause, kann Mariendistel sinnvoll eingesetzt werden jedoch immer nur nach individueller Prüfung.
Abschließend gilt: Eine gelbliche Gesichts- oder Augenfarbe sollte niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Nur eine fundierte ärztliche Untersuchung kann unterscheiden, ob eine harmlose Ursache wie Morbus Meulengracht oder ein behandlungspflichtiges Problem wie eine Infektion oder Lebererkrankung vorliegt.
Besonders bei weiteren Symptomen wie Juckreiz oder Müdigkeit empfiehlt sich eine schnelle Abklärung beim Arzt.
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