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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei

Ist Tonkabohne als Gewürz lektinfrei?

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Video-Transkript

Sie fragen sich vielleicht, ob Tonkabohne als Gewürz bei einer lektinfreien Ernährung geeignet ist. Die kurze Antwort ist: eher nicht, wenn Sie es strikt halten möchten.

Tonkabohnen werden zwar traditionell verarbeitet.

Sie werden getrocknet, nach der Ernte fermentiert und geschwitzt. Genau diese Schritte machen sie überhaupt erst aromatisch und genießbar. Eine rohe Tonkabohne würden Sie nicht essen wollen.

Und für die Verwendung als Gewürz braucht es diese spezielle Aufbereitung.

Das grundlegende Problem bleibt aber bestehen. Tonkabohnen gehören botanisch zu den Hülsenfrüchten.

Damit ist die Frage nach den Lektinen berechtigt. Viele Menschen denken, dass Fermentation alles löst. Das ist jedoch nicht so einfach. Fermentation kann durchaus positive Effekte haben. Fermentierte Lebensmittel können etwas richtig Gutes sein.

Aber viele Lektine werden dadurch nicht ausreichend abgebaut.

Auch bei anderen Beispielen wird das deutlich. Wenn jemand sagt, Sauerteig löse das Gluten vollständig auf, dann stimmt das so nicht.

Ein Teil kann sich verändern. Ein Teil kann besser verträglich werden. Aber vollständig verschwindet das Problem oft nicht. Bei Tonkabohnen ist es ähnlich. Die Verarbeitung verbessert das Aroma und die Verwendbarkeit.

Lektinfrei werden sie dadurch jedoch nicht.

Und genau deshalb ist die Mengenfrage wichtig. Ein Gewürz wird in sehr kleinen Mengen eingesetzt. Das ist meist weniger problematisch als große Portionen falsch zubereiteter Hülsenfrüchte.

Wenn Sie also nur sehr wenig verwenden, ist das Risiko insgesamt geringer. Trotzdem bleibt die Tonkabohne ein lektinhaltiges Produkt.

Wenn Sie am Anfang einer lektinfreien Ernährung stehen, ist der Rat deshalb klar: Machen Sie keine Kompromisse.

Sonst merken Sie vielleicht nicht, ob das Konzept für Sie wirklich funktioniert. Das ist besonders wichtig in der Anfangsphase. Wenn Sie strikt vorgehen und das Ganze über 4 bis 6 Wochen beobachten, können Sie besser einschätzen, ob sich etwas verändert.

Wir haben über die Jahre immer wieder gesehen: Wer zu viele Ausnahmen macht, sieht häufig kein brauchbares Ergebnis. Dann entsteht schnell der Eindruck, dass die Ernährung nicht wirkt.

In Wahrheit war sie nur nicht konsequent genug umgesetzt. Und genau deshalb sollte man erst einmal richtig gut machen. Erst wenn Sie sich sehr gut fühlen, wenn Sie eine stabile Position haben und Ihr Körpergefühl zuverlässig ist, können Sie solche Dinge gezielt ausprobieren.

Wenn Sie etwas essen, was Sie nicht vertragen, merken Sie das oft auf unmittelbarer Ebene. Noch genauer wird es, wenn man den Zustand vorher und nachher betrachtet. In der Praxis kann man so die Reaktion besser einschätzen.

Auch bei Hülsenfrüchten war es immer wieder relevant, wie sich bestimmte Werte und das Befinden unter korrekt zubereiteten Lebensmitteln im Vergleich zu nicht ganz richtig zubereiteten Produkten verändern.

Deshalb sind Kochzeiten und Zubereitungsregeln nicht nebensächlich. Sie sind wichtig, wenn man ein gutes Ergebnis erreichen möchte. Bei Tonkabohnen gilt also: als Gewürz in kleiner Menge sind sie aromatisch interessant, aber lektinfrei sind sie durch die Verarbeitung nicht.

Wer eine strikt lektinfreie Ernährung verfolgt, sollte sie zunächst eher weglassen.


Quellen: Dietary plant bioactive compounds context-dependent roles as antinutrients or beneficial phytochemicals-a comprehensive review.

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