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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Die Frage, ob Teufelskralle Lektine enthält und ob sie bei Gelenkschmerzen oder entzündlichen Prozessen eingesetzt werden sollte, begegnet vielen Menschen, die nach natürlichen Behandlungsmöglichkeiten suchen.
Im Internet kursieren unterschiedliche Aussagen, doch nach der aktuellen Studiensituation gibt es keine Hinweise darauf, dass Teufelskralle Lektine enthält. Viele Informationen aus der Volksmedizin sind nicht grundlegend falsch, doch sie sind nicht immer wissenschaftlich belegt.
Es ist daher ratsam, sich kritisch mit den einzelnen Wirkstoffen auseinanderzusetzen.
Die Wurzel der Teufelskralle, eingesetzt als Naturarzneimittel, hat einen langen historischen Hintergrund.
Schon seit Generationen wird sie als schmerzlindernd und entzündungshemmend in der naturheilkundlichen Therapie verwendet. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die sogenannten Iridoid-Glykoside, insbesondere Harpagosid.
Ihr Wirkmechanismus ähnelt in gewisser Weise den gängigen Medikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac. Die Stoffe der Teufelskralle hemmen die Bildung von entzündungsfördernden Mediatoren, wobei insbesondere die Zyklooxygenase-2 (COX-2) gehemmt wird.
Das kann die Beschwerden bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose lindern.
Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass die Teufelskralle nicht nur die COX, sondern auch die 5-Lipoxygenase (LOX) mit beeinflussen kann.
Dieser Mechanismus führt dazu, dass weniger Leukotriene, weitere Entzündungsmediatoren, gebildet werden. Das zeigt sich in unterschiedlichen Studien, in denen Immunzellen unter dem Einfluss von Teufelskralle bestimmte Signalmoleküle reduziert freisetzen.
Gerade bei Arthrose wird der Knorpel durch mechanischen Abrieb abgebaut. In der Folge setzen Entzündungsprozesse ein, bei denen bestimmte Enzyme, die sogenannten Metalloproteinasen, das Kollagengerüst im Gelenk weiter schädigen.
Teufelskralle kann einen Teil dieser Enzyme in ihrer Aktivität hemmen und so den Knorpelabbau verlangsamen.
Trotz dieser vielversprechenden Wirkungen ist Teufelskralle, ähnlich wie bekannte Schmerzmittel, nicht frei von Nebenwirkungen.
Die Hemmung der COX kann den Magen-Darm-Trakt belasten, insbesondere durch die zusätzlich enthaltenen Bitterstoffe kann die Magensäureproduktion ansteigen. Das macht Teufelskralle für bestimmte Patientengruppen ungeeignet, etwa bei Vorschädigungen oder Neigung zu Magenproblemen.
Insgesamt kann Teufelskralle als eine von mehreren Optionen bei Gelenkschmerzen und entzündlichen Erkrankungen betrachtet werden. In der ärztlichen Praxis sollte allerdings immer das Ziel sein, gezielt die Ursachen der Erkrankung beziehungsweise Entzündung anzugehen, nicht nur die Symptome.
Dennoch bleibt die Teufelskralle eine interessante Möglichkeit nach aktueller wissenschaftlicher Literatur ohne relevanten Lektin-Gehalt.