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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wie kann ich gute Milchsäurebakterien in meinem Darm ansiedeln, wenn ich sowieso schon einen niedrigen pH-Wert im Stuhltest habe? Nun, die meisten unserer Patienten haben häufig einen höheren pH-Wert, weil sie einen Mangel an Bakterien der Säuerungsflore haben, also zum Beispiel Bifidobakterien oder Laktobazillen, die aus Lebensmitteln aus Ballaststoffen Milchsäure herstellen.
Oftmals sehen wir einen Widerspruch: Trotz eines vermeintlich niedrigen pH-Wertes im Stuhltest gibt es einen Mangel an diesen Bakterien. Dies kann auf ein Qualitätsproblem des Labortests hindeuten.
Sie müssen nämlich immer überlegen, wie Labortests funktionieren. Ein schriftliches Ergebnis ist nur so gut wie die Messmethode dahinter.
Wir führen gerne kulturelle Stuhltests durch, bei denen bestimmte Darmbakterien aus dem Stuhl angezogen werden.
Dabei müssen wir die Schwächen des Tests kennen und diese berücksichtigen. Eine Schwäche ist beispielsweise, wenn Bakterien auf dem Weg zum Labor absterben. Dann gelingt ihre Anzucht möglicherweise nicht.
Ein In-Vitro-Ergebnis könnte somit nicht dem realen In-Vivo-Zustand im Darm entsprechen.
Wenn ein Test widersprüchliche Ergebnisse liefert oder nicht zu den Symptomen des Patienten passt, sollte der Test wiederholt oder mit einer anderen Methode überprüft werden.
Bei einem niedrigen pH-Wert und gleichzeitigem Mangel an Säuerungsflora, könnten andere Bakterien wie bestimmte E. coli-Stämme dafür verantwortlich sein, die auf andere Weise Säuren produzieren.
Wichtig ist, dass die Säure das Wachstum von pathogenen Bakterien hemmt. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass es den Menschen gut geht, nicht unbedingt perfekte Testergebnisse zu haben.
Insbesondere Entzündungswerte müssen geändert werden, wenn sie schlecht sind. Aber es ist nicht notwendig, alle Bakterien auf optimale Laborwerte einzustellen.
Manchmal passt ein gutes Wohlbefinden nicht mit perfekten Labortests zusammen.
Und genau das ist der Punkt: Es geht darum, den Patienten richtig zu interpretieren und Entscheidungen zu treffen, auch bei Unsicherheiten, immer mit dem Wohl des Patienten im Fokus.