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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wenn in einem Stuhltest eine E.coli-Überwucherung festgestellt wird, stellt sich oft die Frage, wie diese zustande kommt und welche Bedeutung dies für die Gesundheit hat.
Ein möglicher Gedanke ist, ob die Überwucherung darauf hinweist, dass Gemüse nicht richtig abgewaschen wurde.
Zuallererst ist es wichtig zu verstehen, dass Stuhltests sehr individuell sind.
In meiner Praxis zeigt sich, dass etwa ein Drittel der Patienten normale Mengen an Colibakterien aufweisen. Ein weiteres Drittel hat zu niedrige oder gar keine, während das letzte Drittel zu hohe Mengen an Colibakterien zeigt.
Es gibt über 100 Unterarten von Colibakterien. Einige sind gutartig, einige neutral und andere schädlich. In den meisten Stuhltests kann nicht zwischen problematischen und harmlosen Bakterien unterschieden werden.
Hierbei hilft jedoch die Messung von Endotoxin (LPS) im Blut, um festzustellen, ob erhöhte E. coli-Mengen ursächlich sind.
Colibakterien gelangen auf verschiedene Weise in den Körper.
Ein Beispiel ist das Trinkwasser, das trotz Reinigung in Kläranlagen gelegentlich geringe Mengen an Colibakterien enthalten kann.
E. coli kann auch über Lebensmittel in den Körper gelangen, besonders wenn diese lange in ungünstigen Bedingungen, wie Hitze, gelagert wurden.
Ein klassisches Beispiel ist der Reisedurchfall bei Asienreisen.
Auch Feldfrüchte wie Gemüse können Colibakterien aufnehmen, besonders wenn der Acker mit Gülle gedüngt wird.
Hier spielt die Fütterung der Kühe eine Rolle, da eine grasgefütterte Kuh ein vorteilhafteres Mikrobiom aufweist als eine, die mit Mais oder Soja gefüttert wurde.
Pasteurisierte Milchprodukte verringern das Risiko durch E.
coli, während Rohmilchprodukte bei unsachgemäßer Fütterung der Kühe zu Problemen führen können. Dies zeigt sich beispielsweise bei der Herstellung von Rohmilchkäse wie Parmesan.
Beim Waschen von Bio-Gemüse gibt es Vor- und Nachteile. Eine gründliche Reinigung verringert die Bakterienkonzentration, wogegen der Verzehr ungewaschener Produkte potenziell gesünder sein kann.
Natron in der Waschlotion kann eine sinnvolle Methode sein, Colibakterien abzutöten, besonders wenn die Herkunft des Gemüses unbekannt ist.
Zusammenfassend ist das Verständnis der Quellen und Vermeidung von Colibakterien-Überwucherungen komplex, aber durchdachte Maßnahmen können die Exposition erheblich reduzieren.