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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Immunabwehr des Körpers fälschlicherweise die feuchtigkeitsproduzierenden Drüsen angreift. Häufig führen Patienten mit dieser Diagnose trockene Augen, trockenen Mund und trockene Schleimhäute als hauptsächliche Symptome auf.
Diese Sicca-Symptome sind jedoch nicht die einzigen Indikatoren, und deshalb sind verschiedene Tests notwendig, um eine genaue Diagnose zu stellen.
Ein oft diskutiertes Thema ist die Rolle der ANA-Antikörper vom Typ SS-A und SS-B bei der Diagnose des Sjögren-Syndroms.
Es stellt sich die Frage, ob das Vorhandensein dieser spezifischen Antikörper alleine ausreicht, um eine Diagnose zu bestätigen. SS-A und SS-B Antikörper sind jedoch nicht ausschließlich bei Patienten mit Sjögren-Syndrom zu finden.
Sie treten auch bei anderen Autoimmunerkrankungen auf, wie zum Beispiel beim kutanen Lupus.
Es wäre unklug, ausschließlich auf diese Antikörper zu testen und daraus Rückschlüsse zu ziehen.
Klinische Symptome müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Wenn ein Patient typische Symptome aufweist und diese durch einen positiven SS-A oder SS-B Test bestätigt werden, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sjögren-Syndrom vorliegt, erheblich.
Um die Diagnose zu untermauern, können weitere Tests durchgeführt werden. Dazu gehört der Schirmertest zur Messung der Tränenflüssigkeitsproduktion oder eine Lippenbiopsie aus den Speicheldrüsen zur genaueren Untersuchung.
Eine „nderung der Ernährung kann manchmal zur Besserung der Symptome führen, und viele Patienten möchten diesen Weg einschlagen, bevor invasive Diagnosetests durchgeführt werden.
Allerdings sei gewarnt: Lang andauerndes Sjögren-Syndrom kann zu irreversiblen Schäden der Drüsen führen. Auch bei einer Reduktion der systemischen Entzündung durch Ernährungsumstellung bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sich die Symptome der trockenen Schleimhäute ebenfalls bessern.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass nicht alle Patienten mit Sjögren-Syndrom SS-A oder SS-B Antikörper aufweisen. Einige haben andere, nicht messbare Antikörper, und die Höhe der Antikörperkonzentration korreliert nicht zwangsläufig mit der Schwere der Erkrankung.
Jemand mit niedrigen Antikörperspiegeln kann sehr schwere Symptome haben, während jemand mit hohen Spiegeln wenige Symptome zeigt.
Dennoch ist es sinnvoll, die Höhe dieser Antikörperspiegel zu überwachen.
Wenn es gelingt, die vorhandenen Spiegel durch Ernährungsumstellung zu senken, spricht dies dafür, dass die Erkrankung in Remission gehen kann. Das Messen der Antikörperspiegel sollte jedoch immer in Kombination mit klinischen Bewertungen und weiteren Tests erfolgen, um eine umfassende Diagnose zu stellen.
Die Ziele einer Behandlung bestehen darin, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und die systemische Entzündung zu reduzieren. Eine Reduktion der Entzündung ist entscheidend, da eine chronische Entzündung das Risiko für viele andere Krankheiten, wie Demenzen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöht.