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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei

Sind Saponine gesund?

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Saponine: Wirkung, Nutzen und mögliche Risiken

Saponine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in einer großen Vielzahl von Pflanzen zu finden sind. Viele Menschen fragen sich: Ist der Verzehr von Saponinen eher förderlich oder schädlich für die Gesundheit? Können sie tatsächlich das Cholesterin senken, das Immunsystem stärken oder stellen sie sogar eine Gefahr für die Darmwand dar?

Tatsächlich enthalten zahlreiche Pflanzen Saponine, darunter sowohl lektinhaltige wie Hülsenfrüchte, als auch lektinfreie Sorten wie Spinat.

Saponine verdanken ihren Namen ihrer äußerlichen Eigenschaft, mit Wasser Schaum zu bilden ähnlich wie Seife. Kommt ein Lebensmittel mit Saponinen in Kontakt mit Wasser, entsteht häufig ein deutlicher Schaum.

Und genau wie Seife können Saponine Mikroorganismen bekämpfen, indem sie deren Zellwände zerstören. Das liegt an ihrer chemischen Struktur: Saponine verbinden Fett und Wasser, sodass die Membranen von Bakterien und anderen Mikroorganismen angegriffen werden können.

Dies ist aus Sicht der Pflanze ein effektiver Schutzmechanismus gegen Fressfeinde.

Auch im menschlichen Körper zeigen Saponine interessante Eigenschaften. Sie können, in größeren Mengen aufgenommen, unter Umständen die Darmwand reizen oder durchlässiger machen.

Das liegt daran, dass sie in der Lage sind, die Tight Junctions die Verschlussstellen zwischen den Zellen der Darmschleimhaut vorübergehend zu öffnen. So könnten zum Beispiel auch andere Stoffe, wie Lektine oder Schadstoffe, leichter aufgenommen werden.

Im Gegensatz zu Lektinen, die sich durch Erhitzen meistens zerstören lassen, bleiben die seifenartigen Saponine hitzestabil. Daher empfiehlt es sich etwa bei Hülsenfrüchten, diese gründlich abzuspülen und einzuweichen, um den Saponin-Anteil zu reduzieren.

Der typische Schaum, der dabei entsteht, besteht nicht nur aus Protein, sondern zu einem Teil auch aus Saponinen.

Und dennoch ist die Wirkung von Saponinen kein reiner Nachteil. Viele Saponine erfüllen im Menschen sogar nützliche Aufgaben.

Einige gelten als Präbiotika, also als Nahrung für bestimmte gesunde Darmbakterien. Es existieren auch Saponine mit entzündungshemmender Wirkung, beispielsweise in Ginseng oder Süßholz Substanzen, die therapeutisch zur Unterstützung der Gehirndurchblutung oder zur gezielten Behandlung von bakteriellen Überwucherungen im Darm eingesetzt werden.

Die Frage, ob Saponine per se als gesund einzustufen sind, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Wer erwägt, Saponine gezielt als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, sollte sich immer über den erwarteten Nutzen und mögliche Risiken informieren.

Zwar ist bekannt, dass Saponine Gallensäuren im Darm binden und somit theoretisch den Cholesterinspiegel beeinflussen können, doch dies birgt auch die Gefahr, dass gleichzeitig die Aufnahme fettlöslicher Vitamine reduziert wird.

Als generellen Tipp empfiehlt sich: Spülen Sie Saponin-haltige Lebensmittel wie Hülsenfrüchte vor dem Verzehr gut ab, bis sie kaum noch schäumen. Damit entfernen Sie die meisten der potenziell problematischen Saponine.

Falls eine gezielte therapeutische Anwendung einzelner Saponine gewünscht ist, sollte dies immer mit klarer Indikation und Rücksprache mit einem erfahrenen Arzt oder Therapeuten erfolgen.


Quellen: Ardisiacrispin B a natural triterpenoid saponins suppresses dextran sulfate sodium-induced inflammatory bowel disease by rebalancing the gut microbiota and Th17Treg of mice.

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