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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wenn Sie eine Schilddrüsen-Therapie mit T3 in Betracht ziehen, gibt es hierfür verschiedene Optionen.
Jede dieser Optionen hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile und ist auf dem deutschen Markt typischerweise erhältlich.
Zu den Fertig-Arzneimitteln gehören Novothyral und Prothyrid.
Novothyral ist in unserer Praxis sehr beliebt, da es einen Anteil von 80% T4 und 20% T3 hat. Dies entspricht ungefähr der natürlichen Produktion der Schilddrüse. Im Gegensatz dazu hat Prothyrid eine 90% T4 und 10% T3-Verteilung.
Diese Verteilung ist weniger naturnah und funktioniert für die meisten Menschen nicht so gut.
Einige Patienten benötigen jedoch aufgrund spezifischer Bedürfnisse eine kleinere Menge T3, und für diese ist Prothyrid eine akzeptable Option.
In der Schilddrüsen-Community sind natürliche Schilddrüsen-Extrakte, insbesondere in den USA, recht populär. Obwohl es hierzu positive Literatur gibt, haben wir festgestellt, dass viele unserer amerikanischen Patienten mit diesen Produkten keine optimale Schilddrüseneinstellung erreichen.
Ein weiteres Mittel, das bei uns zum Einsatz kommt, ist retardiertes T3. Im Gegensatz zu Tybon, das eine sehr kurze Halbwertszeit hat, hat retardiertes T3 eine Halbwertszeit von etwa acht Stunden.
Dies ermöglicht eine viel stabilere Einstellung der Schilddrüsen-Werte.
Retardiertes T3 wird individuell dosiert und typischerweise in Mengen von 2,5 bis 5 Mikrogramm verabreicht. Die Einnahme erfolgt in der Regel dann, wenn der T3-Spiegel im Laufe des Tages sinkt, um Müdigkeitslöcher zu vermeiden.
Die richtige Einstellung der Schilddrüsenhormone ist nicht nur von den Messergebnissen abhängig, sondern auch davon, wie Sie sich fühlen. Es gibt Patienten, die sich trotz guter Messwerte nicht wohlfühlen.
In solchen Fällen ist es oft notwendig, die Dosierung individuell anzupassen.
Der TSH-Wert spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Dieser gibt Aufschluss darüber, wie gut das Gehirn mit Schilddrüsenhormonen versorgt wird.
Einige Menschen benötigen eine höhere Dosierung an T3, auch wenn dies zu einem niedrigen TSH-Wert führt.
Alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel haben Risiken und bedürfen einer individuellen Aufklärung.
Es ist wichtig, dass Sie sich von einem Experten beraten lassen, der sich mit diesen Medikamenten auskennt, um Nebenwirkungen zu vermeiden und eine optimale Einstellung zu erzielen.