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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Probiotika erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Viele Menschen reichen verschiedene Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zur Bewertung ein.
Häufig stellt sich die Frage, wie sinnvoll bestimmte probiotische Produkte wirklich sind. Entscheidend ist dabei der Blick auf das Etikett und die genaue Zusammensetzung.
Ein zentrales Kriterium ist die Menge an koloniebildenden Einheiten, oft abgekürzt als CFU.
Diese Zahl beschreibt, wie viele lebende Bakterien in einem Produkt enthalten sind. Und wichtig ist: Durch Lagerung, Herstellung sowie den Einfluss von Magensäure überleben längst nicht alle Milchsäurebakterien bis in den Darm.
Je höher die Angabe der koloniebildenden Einheiten, desto besser kann das Präparat wirken.
Achten Sie jedoch genau auf die angegebene Einheit: Manche Hersteller deklarieren die CFU pro Gramm, was auf den ersten Blick beeindruckend klingt.
In Wirklichkeit enthält eine einzelne Kapsel meist weniger als das, was ein Gramm des Pulvers liefern würde. Eine exakte Angabe pro Kapsel wäre daher transparenter und hilfreicher.
Viele probiotische Produkte enthalten Stämme wie Lactobacillus casei, Lactobacillus paracasei oder Lactobacillus rhamnosus.
Von Bedeutung ist, ob diese Bakterien für Ihre individuelle Situation geeignet sind. Es gibt zwei wichtige Aspekte: Einige Bakterien produzieren die linksdrehende Milchsäure, andere die rechtsdrehende.
Lactobacillus paracasei und Lactobacillus rhamnosus sind besonders wertvoll, da sie die rechtsdrehende Variante bilden, die vom menschlichen Körper besser verwertet wird.
Sensibilität besteht bei Personen mit Histaminintoleranz.
Viele Bakterien der normalen Darmflora können Histamin produzieren, was bei entsprechender Empfindlichkeit Beschwerden verursachen kann. Bakterienarten wie die Bifidobakterien bilden jedoch typischerweise kein Histamin und gelten als verträglich.
Ein besonderer Vorteil von Lactobacillus rhamnosus ist, dass er die Dichte der Histaminrezeptoren im Darm senken kann.
Manche Probiotika enthalten unterstützende Ballaststoffe wie Akazienfaser.
Allerdings ist die enthaltene Menge in einer einzelnen Kapsel meist so gering, dass Sie keinen relevanten Beitrag zur Ernährung Ihrer Darmbakterien erwarten sollten. Mehr als ein netter Zusatz sind solche Mengen selten.
Ein weiteres Thema ist die Kapselhülle. Während pflanzliche Kapselhüllen heute weit verbreitet sind, wäre eine Gelatinekapsel aus gesundheitlicher Sicht oft vorzuziehen sie wird jedoch selten verwendet, da sie nicht vegan ist und höhere Kosten verursacht.
Zellulosebasierte Kapseln sind zwar unproblematisch, bieten aber auch keinen nennenswerten Nutzen für Ihre Darmflora. Ideal wäre es, das Pulver direkt in Joghurt oder Getränke zu rühren, um die Aufnahme zu erleichtern.
Manche Probiotika enthalten ergänzende Vitamine, häufig aus dem B-Komplex. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, ohnehin gut mit Vitaminen versorgt zu sein, sodass das Vitaminangebot im Probiotikum selten entscheidend ist.
Informativ: Ein häufiger Zusatz ist Riboflavin (Vitamin B2), der für gelb gefärbten Urin sorgen kann eine harmlose, aber auffällige Nebenwirkung.
Und abschließend sei erwähnt: Sie können viele Probiotikakapseln einfach aufziehen und das Pulver beispielsweise in Joghurt oder ein Getränk einrühren.
Dies ermöglicht eine flexible und angenehme Einnahme, ohne Belastung durch unnötige Kapselhüllen.
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