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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Stellen Sie sich vor, wir befinden uns in der frühen Menschheitsgeschichte und sitzen in einer verschneiten Höhle während des Winters. Es gibt keine Nahrung und alle Menschen sind gezwungen, auf einen Fettstoffwechsel umzuschalten, um zu überleben.
In dieser Situation entdeckt jemand ein Reh oder einen Hasen und entscheidet sich, das Tier zu jagen. Doch was passiert in unserem Körper, wenn wir in dieser Ausnahmesituation aufstehen und loslaufen?
Dabei verbraucht unser Körper den vorhandenen Blutzucker sehr schnell, möglicherweise bevor wir das Tier überhaupt erreicht hätten.
Um das zu verhindern, entwickelt unser Körper eine Überlebensstrategie: Er macht die Muskeln insulinresistent und verbrennt ausschließlich Fett. Dies bezeichnet man als physiologische Insulinresistenz.
Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel möglicherweise um 130 oder 140 mg/dL bleibt der Muskel effizient mit Energie versorgt, ohne auf die schnellen Kohlenhydrate angewiesen zu sein.
Diese physiologische Insulinresistenz führt jedoch auch zu einem erhöhten Langzeitblutzuckerwert, bekannt als HbA1c, der üblicherweise zur Diagnose von Prädiabetes oder Diabetes herangezogen wird.
Daher kann es vorkommen, dass Personen, die eine strikte kohlenhydratarme oder ketogene Ernährung verfolgen, bei Blutuntersuchungen auffallen und ihnen eine Zuckerkrankheit diagnostiziert wird. Dies ist oft ein Missverständnis, da viele diese Anpassung des Körpers nicht kennen.
Die wichtige Frage ist, ob diese physiologische Insulinresistenz tatsächlich ein Problem darstellt. Wahrscheinlich ja, denn eine erhöhte Verzuckerung von Proteinen im Körper kann deren Funktionalität beeinträchtigen.
So kann es zu einer verminderten Aktivität und Effizienz von Enzymen und anderen Proteinen kommen, was langfristig unerwünschte gesundheitliche Effekte haben könnte.