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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Bei Mineralwasser lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe. Nicht nur klassische Mineralstoffe wie Calcium oder Magnesium spielen eine Rolle. Auch Spurenelemente und weitere Begleitstoffe können für die Bewertung wichtig sein.
Dazu gehören unter anderem Uran, Fluorid, Nickel, Silizium, Arsen und Bor.
Wenn Sie ein Wasser beurteilen möchten, sollten Sie sich nicht nur auf den Geschmack verlassen. Entscheidend ist das gesamte Profil.
Und genau dieses Profil kann je nach Quelle sehr unterschiedlich ausfallen. Einige Wässer sind besonders mineralstoffreich. Andere enthalten eher geringe Mengen bestimmter Stoffe und sind dadurch für manche Anwendungen günstiger.
Ein Punkt, der besonders aufmerksam betrachtet werden sollte, ist Uran. Ein messbarer Urangehalt ist nicht automatisch ein akutes Problem, wenn der gesetzliche Grenzwert eingehalten wird. Dennoch ist es aus medizinischer Sicht nachvollziehbar, ein Wasser mit möglichst wenig Uran zu bevorzugen.
Gerade wenn Sie ein Wasser regelmäßig und über längere Zeit trinken, zählt nicht nur die Einhaltung des Grenzwerts, sondern auch der Abstand dazu.
Und in diesem Zusammenhang ist der Vergleich mit einem bevorzugten Referenzwasser hilfreich.
Ein deutlich niedrigerer Urangehalt ist meist die angenehmere Variante. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie bewusst ein Wasser auswählen möchten, das im Alltag möglichst unauffällig und günstig zusammengesetzt ist.
Auch Fluorid gehört zu den Werten, die man nicht einfach ignorieren sollte. Fluorid ist ein natürlicher Bestandteil vieler Wässer. Es gibt jedoch große Unterschiede in der Konzentration.
Ein moderater Gehalt kann unproblematisch sein, ein höherer Gehalt ist nicht für jeden Menschen gleichermaßen passend. Wenn Sie bereits andere Fluoridquellen nutzen, etwa Zahnpflegeprodukte oder fluoridhaltige Nahrung, kann die tägliche Gesamtmenge relevant werden.
Und genau deshalb ist ein Vergleich mit anderen Wässern sinnvoll. Ein niedrigerer Fluoridgehalt kann für viele Menschen die bessere Wahl sein, vor allem wenn das Wasser regelmäßig in größeren Mengen getrunken wird.
Das bedeutet nicht, dass ein höherer Wert automatisch schlecht ist. Es bedeutet aber, dass man das Gesamtbild betrachten sollte.
Ein weiterer interessanter Parameter ist Lithium. Lithium kommt in manchen Mineralwässern in messbaren Mengen vor.
Ein niedriger bis moderater Gehalt ist nicht ungewöhnlich. In der ernährungsmedizinischen Betrachtung ist Lithium kein klassischer Nährstoff wie Magnesium, aber es kann als Spurenelement durchaus in der Diskussion stehen.
Entscheidend ist auch hier die Menge und die regelmäßige Zufuhr.
Nickel ist vor allem für Menschen mit einer Nickelallergie ein Thema. Für die meisten anderen Personen ist ein niedriger Gehalt eher unauffällig.
Wenn Sie jedoch empfindlich reagieren, kann selbst eine geringe Konzentration relevant werden. Dann ist es sinnvoll, bei der Wasserauswahl besonders sorgfältig zu sein.
Arsen sollte möglichst unter der Nachweisgrenze liegen.
Das ist aus Sicht der Trinkwasserqualität ein günstiger Befund. Je weniger Arsen nachweisbar ist, desto besser ist das Profil des Wassers in diesem Punkt. Auch wenn gesetzliche Grenzwerte eine Orientierung bieten, bevorzugen viele Menschen verständlicherweise ein Wasser mit sehr niedrigen oder nicht nachweisbaren Werten.
Silizium beziehungsweise Kieselsäure ist ein weiterer Bestandteil, der in Mineralwässern oft diskutiert wird. Silizium ist in manchen Wässern nur in geringer Menge vorhanden, in anderen deutlich höher.
Ein moderater Gehalt ist nicht negativ. Und es gibt sogar Wässer, die mit einem wesentlich höheren Siliziumgehalt auffallen. Ob das im Einzelfall erwünscht ist, hängt vom gesamten Mineralstoffprofil und vom persönlichen Ziel ab.
Bor ist ein Stoff, bei dem die Dosis entscheidend ist. Ein kleiner Anteil kann in Ordnung sein. Zu hohe Mengen sind jedoch unerwünscht, weil Bor in größeren Mengen toxisch wirken kann.
Deshalb ist auch hier der Abstand zum Grenzwert ein wichtiger Faktor. Wenn ein Wasser etwa im mittleren Bereich liegt, kann das akzeptabel sein. Für eine besonders zurückhaltende Auswahl würde man dennoch eher ein Wasser mit niedrigerem Borwert suchen.
Für den Alltag ergibt sich daraus eine praktische Frage: Wofür möchten Sie das Wasser verwenden? Für die normale Trinkroutine kann ein gut zusammengesetztes Mineralwasser durchaus passend sein.
Wenn Sie jedoch Säuglingsnahrung zubereiten, gelten strengere Maßstäbe. Dann sollte ein Wasser möglichst niedrig in Uran und auch insgesamt sehr unauffällig im Mineralstoffprofil sein.
Und wenn Sie freie Wahl haben, spricht vieles dafür, ein Wasser mit niedrigem Urangehalt und eher moderatem Fluoridgehalt zu bevorzugen. Das ist nicht nur eine Frage der Grenzwerte. Es ist auch eine Frage der langfristigen, alltäglichen Trinkmenge.
Ein Mineralwasser kann auf dem Papier gut aussehen und trotzdem nicht die persönlich optimale Wahl sein. Umgekehrt kann ein Wasser mit günstiger Zusammensetzung im Alltag einen klaren Vorteil bieten.
Bei der Beurteilung von Mineralwasser sollten Sie deshalb immer mehrere Werte gemeinsam betrachten. Einzelne Parameter allein erzählen nie die ganze Geschichte. Erst die Kombination aus Uran, Fluorid, Nickel, Arsen, Silizium und Bor ergibt ein aussagekräftiges Bild.
Und genau dieses Gesamtbild entscheidet darüber, ob ein Wasser eher neutral, günstig oder für bestimmte Situationen weniger geeignet ist.