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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Makrogol ist ein Wirkstoff, der häufig zur kurzfristigen Linderung von Verstopfung verwendet wird, zum Beispiel vor einer Darmspiegelung. Es ist bekannt als Polyethylenglykol, ein Stoff, der in vielen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln vorkommt und als sicher gilt.
Die langfristige Einnahme zur Stuhlregulierung wirft jedoch einige Fragen auf.
Untersuchungen zeigen, dass die Einnahme von Makrogol die Darmflora verändert. Dies bedeutet, dass es nicht neutral ist, sondern aktiv Mikroorganismen im Darm beeinflusst.
Besonders interessant ist, dass Makrogol spezifische Bakterienstämme wie Akkermansia muciniphila, einen der als nützlich geltenden Bakterienstämme, verändert. Daher könnte der Gesamteffekt der langfristigen Einnahme von Makrogol nicht unbedingt negativ sein.
Trotzdem bleibt die Frage, ob es bessere Alternativen zur Stuhlregulierung gibt.
Für viele Menschen liegt die Ursache von Stuhlregulierungsschwierigkeiten meist in einem Mangel an Ballaststoffen.
Ballaststoffe können nicht nur die Stuhlpassagezeit beschleunigen, sondern auch die Gesundheit des Mikrobioms unterstützen. Insbesondere Ballaststoffe wie Akazienfaser oder Flohsamenschalen zeigen sich hier nützlich.
Diese sollten immer erwogen werden, besonders wenn keine detaillierte Mikrobiom-Analyse vorliegt.
Es ist wichtig zu beachten, dass Makrogol laut Beipackzettel bei Personen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kontraindiziert ist.
Die Beschleunigung der Stuhlpassage sollte nicht auf Kosten eines übermäßigen Aufblähens oder Volumenzuwachses des Darms geschehen, da dies zu unerwünschten Nebenwirkungen wie einem Leaky-Gut-Syndrom führen könnte.
Langfristig wäre es sinnvoll, Makrogol durch eine bessere Lösung zu ersetzen, wenn dies möglich ist. In speziellen Fällen, wie etwa bei einem Morbus Hirschsprung, kann die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente notwendig sein.
Doch für die Mehrheit der Menschen könnten Ballaststoffe eine nachhaltigere und vielleicht sogar gesündere Alternative darstellen.
Ein Buch, das ich in diesem Kontext empfehle, ist 'The One Thing' von Gary Keller.
Es hilft, sich zu fragen, was die eine Veränderung ist, die andere Bedürfnisse obsolet machen könnte. Ziel sollte sein, eine nachhaltige und langfristig gesunde Lösung für die Darmgesundheit zu finden.