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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Kann ich Macadamianüsse essen, wenn ich eine bekannte Haselnussallergie habe? Diese Frage ist im Alltag sehr relevant. Und die Antwort hängt nicht nur davon ab, ob Sie eine isolierte Haselnussallergie haben, sondern auch davon, wie ausgeprägt Ihre allgemeine Allergieneigung ist und wie sicher das Produkt hergestellt wurde.
Wenn Sie eine isolierte Haselnussallergie haben, können Sie grundsätzlich Macadamianüsse essen. Das ist zunächst einmal wichtig. Haselnuss und Macadamia sind nicht dasselbe Allergen.
Eine IgE-vermittelte Allergie auf Haselnuss bedeutet also nicht automatisch, dass Sie auf Macadamianüsse reagieren müssen.
Anders ist die Situation, wenn Sie allgemein stark allergisch sind und bereits mehrere Nahrungsmittelallergien haben.
Dann können zusätzlich auch andere Nüsse problematisch sein. Es geht in solchen Fällen nicht nur um die Frage, ob Macadamia von Natur aus vertragen wird. Es geht auch darum, ob eine eigene Macadamiaallergie vorliegt.
Das lässt sich bei Bedarf durch einen spezifischen Antikörpertest, also einen spezifischen IgE-Test auf Macadamianuss, weiter abklären.
Die größte Schwierigkeit liegt in der Praxis oft gar nicht in der Nuss selbst, sondern in der Kreuzkontamination.
Wenn Sie Macadamianüsse kaufen und auf der Verpackung steht, dass sie Spuren anderer Nüsse enthalten können, dann kann das für Menschen mit Haselnussallergie durchaus relevant sein.
Denn dann ist nicht nur Macadamia im Produkt, sondern möglicherweise auch Haselnussprotein. Und genau dieses Protein kann bei sensibilisierten Personen eine Reaktion auslösen.
Haselnussallergien sind im europäischen Raum die häufigste Lebensmittelallergie.
Das ist ein wichtiger Punkt. Viele Betroffene haben dabei nicht nur sehr niedrige Antikörpertiter, sondern eher mittel- bis hochgradige Befunde. Deshalb sollte man diese Allergie ernst nehmen, auch wenn die Nuss selbst manchmal in kleinen Mengen unauffällig erscheint.
Und wenn Sie eine stark ausgeprägte Haselnussallergie haben und dann Macadamianüsse essen, die mit Haselnusskontamination belastet sind, besteht ein reales Risiko. Vor allem dann, wenn Sie zuvor noch keine Macadamiaallergie hatten.
Denn das Immunsystem kann durch wiederholten Kontakt mit solchen verunreinigten Produkten mit der Zeit auch auf weitere Nussproteine reagieren.
Hier spielen mehrere Mechanismen eine Rolle. Die Haselnussproteine werden vom Immunsystem erkannt.
Entzündung kann die Schleimhaut und die Darmbarriere beeinflussen. Dadurch sieht das Immunsystem plötzlich auch andere Eiweiße unter ungünstigeren Bedingungen. Und dann kann es sein, dass später nicht nur Haselnuss, sondern auch Macadamia als Problem wahrgenommen wird.
Deshalb ist bei Nüssen die Herkunft wichtig. Sie sollten darauf achten, dass Sie eine Quelle wählen, die möglichst keine Kreuzkontamination aufweist. Das ist allerdings in der Praxis nicht immer leicht.
Gerade in großen Nussfabriken werden verschiedene Nusssorten verarbeitet, geröstet, gemahlen, geschält und abgefüllt. Dadurch kommt es schnell zu Spuren anderer Nüsse.
Und genau deshalb gibt es im Grunde zwei sinnvolle Wege.
Erstens: eine gezielte allergologische Abklärung, wenn Unsicherheit besteht. Zweitens: eine sehr sorgfältige Auswahl der Produkte, besonders wenn auf der Verpackung ein Spurenhinweis steht. Eine wirklich saubere Macadamiaquelle zu finden, kann aufwendig sein.
Eine einfache allgemeine Lösung gibt es leider nicht immer.
Wenn Sie eine bekannte Haselnussallergie haben, sollten Sie also nicht nur fragen, ob Macadamianüsse grundsätzlich erlaubt sind.
Wichtiger ist oft die Frage, ob das konkrete Produkt sicher ist und ob eine versteckte Kontamination möglich ist. Genau dort liegt im Alltag meist das eigentliche Risiko.