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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wenn Sie in Spanien Urlaub machen und sich lektinfrei ernähren möchten, ist das gut machbar. Spanien bietet trotz einiger typischer Gerichte mit Hülsenfrüchten, Paprika und Kartoffeln viele passende Möglichkeiten.
Und wenn Sie ein paar Grundregeln kennen, können Sie dort sehr angenehm essen.
Die spanische Küche ist zunächst einmal sehr reich an Geschmack. Gleichzeitig enthält sie aber häufig Zutaten, die bei einer lektinfreien Ernährung nicht ideal sind.
Tapas mit Kichererbsen, Eintöpfe mit weißen Bohnen oder Gerichte mit Nachtschattengewächsen sind verbreitet. Auch Piment³n, also geräuchertes Paprikapulver, ist in Spanien sehr beliebt und findet sich in zahlreichen Speisen.
Und klassische Tortilla mit Kartoffeln ist für viele Menschen ebenfalls nicht die beste Wahl, wenn sie streng auf lektinarm achten möchten.
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Sie nur auf eigene Vorräte angewiesen sind.
Im Gegenteil. Sie finden in Spanien sehr gute Grundprodukte. Besonders wichtig ist das Olivenöl. In vielen Bars und Restaurants dürfen Sie erwarten, dass gutes Olivenöl verwendet wird. Dazu kommen spanische Oliven, die häufig in hervorragender Qualität angeboten werden.
Das ist für Sie praktisch, weil Sie so leicht eine gute Basis für Mahlzeiten haben.
Auch Jam³n Ib©rico kann eine interessante Option sein. Dieser Schinken stammt von Eichelschweinen und ist in Spanien sehr verbreitet.
Dabei gilt natürlich wie immer: Die Menge entscheidet. Wenn Sie ein solches Produkt gelegentlich essen, ist das etwas anderes, als wenn es regelmäßig in großen Mengen auf dem Speiseplan steht.
Trotzdem kann es auf Reisen eine gute und schmackhafte Ergänzung sein.
Bei warmen Tapas lohnt es sich, die Gerichte mit Knoblauch genauer anzuschauen. Knoblauch wird in der spanischen Küche oft mit Olivenöl kombiniert.
Das ist häufig eine gute Richtung. Besonders geeignet sind zum Beispiel Gambas al ajillo, also Knoblauchgarnelen, oder auch Champignons. Wenn diese Speisen ohne problematische Beilagen zubereitet werden, sind sie oft eine sehr gute Wahl.
Wenn Sie Milchprodukte vertragen oder laktosearm beziehungsweise laktosefrei auswählen möchten, ist Manchego eine gute Möglichkeit. Manchego ist ein traditioneller spanischer Käse aus Schafsmilch.
Hartkäse enthält in der Regel nur wenig Laktose, weil der Milchzucker während der Reifung weitgehend abgebaut wird. Damit haben Sie eine gute Protein- und Fettquelle, die sich unterwegs gut einsetzen lässt.
Im Restaurant ist die Kommunikation oft der wichtigste Punkt. Spanische Gastfreundschaft ist sehr ausgeprägt. Manchmal wird Ihnen automatisch Weißbrot an den Tisch gebracht. Wenn Sie das nicht möchten, sollten Sie es direkt beiseitestellen oder freundlich ablehnen.
Ein paar spanische Begriffe helfen Ihnen ebenfalls weiter. Sin significa ohne. Wenn Sie also sagen möchten, dass kein Piment³n verwendet werden soll, ist das sehr nützlich. Auch der Hinweis ohne Kartoffeln kann hilfreich sein, wenn Sie Beilagen anpassen möchten.
Bei Hauptgerichten ist a la plancha ein sehr guter Ausdruck. Das bedeutet frisch vom Grill oder von der heißen Platte. Wenn Sie Fisch, Meeresfrüchte oder Fleisch a la plancha bestellen und nur mit Olivenöl sowie etwas Salz zubereiten lassen, sind Sie meist auf der sicheren Seite.
Spanien hat eine große Küste, daher finden Sie dort oft guten Fisch und hochwertige Meeresfrüchte.
Als Beilage können Sie häufig nach einem kleinen grünen Salat ohne Tomaten fragen.
Je nach Jahreszeit ist auch gedünsteter Spargel eine gute Idee. Beides passt gut zu einer einfachen, klaren Mahlzeit. Und wenn Sie im Restaurant ein Fischgericht bestellen, können Sie oft darum bitten, das Paprikapulver wegzulassen.
Dann bleibt der Geschmack trotzdem kräftig genug, wenn Olivenöl und Salz gut eingesetzt werden.
Beim Einkauf im Supermarkt sind große Ketten wie Carrefour oder Eroski hilfreich.
Dort finden Sie meist eine breite Auswahl. Trotzdem gilt auch in Spanien: Lesen Sie das Etikett. In industriell verarbeiteten Produkten steckt oft Sonnenblumenöl. Wenn Sie auf der Verpackung Girasol lesen, ist damit Sonnenblumenöl gemeint.
Dann sollten Sie eher nicht zugreifen. Achten Sie stattdessen auf AOVE. Das ist die spanische Abkürzung für extra natives Olivenöl.
Auch eingelegter Fisch ist in Spanien eine sehr gute Option.
Sardinen oder Makrelen in Olivenöl sind oft hochwertig und gut geeignet. Dazu kommen Nüsse, vor allem Macadamias und Pistazien. Nicht jede Nusssorte ist aus Sicht des Fettsäureprofils ideal, aber als Snack oder für eine Übergangszeit sind sie durchaus praktisch.
So können Sie Hunger gut überbrücken, ohne auf ungünstige Fertigprodukte zurückgreifen zu müssen.
Wichtig ist letztlich, dass Sie sich nicht nur auf die typischen Touristenzentren verlassen.
Wenn Sie etwas genauer auswählen, Kartoffeln und Paprika eher umgehen und bei der Bestellung klar kommunizieren, kommen Sie mit einer lektinfreien Ernährung in Spanien meist sehr weit. Und mit Olivenöl, Oliven, Fisch, Manchego, Knoblauch und einfachen gegrillten Speisen lässt sich der Urlaub sehr angenehm gestalten.