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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Bei der Herstellung von Tinkturen und Gemmoextrakten aus lektinhaltigen Pflanzenarten, wie einer Baumknospe oder einer Pflanzenwurzel, bleibt eine wesentliche Frage offen: Werden Lektine in diesem Prozess entfernt? Die Antwort ist nicht immer eindeutig.
Viele der in der Medizin verwendeten Heilpflanzen sind von Natur aus nicht lektinhaltig. Lektine finden sich primär in Getreidearten, Pseudogetreiden, Nachtschattengewächsen und Hülsenfrüchten.
Diese Pflanzen dienen selten als Heilmittel, da Lektine möglicherweise gesundheitsschädlich wirken können.
Einige Pflanzen enthalten jedoch Lektine, die in einem medizinischen Kontext hilfreich sein können.
Misst es der Einsatz von Mistelextrakten, welche die therapeutische Wirkung über ihre Lektine entfalten, verdeutlicht dies. Wenn jedoch ein Extrakt aus einer wahrhaftig lektinhaltigen Pflanze hergestellt wird, kann der Herstellungsprozess entscheidend sein.
Alkohol kann Lektine bis zu einem gewissen Grad zerstören, jedoch kaum vollständig. Die Dauer und Intensität der Einwirkung spielen eine Schlüsselrolle.
Interessanterweise steht Tabasco-Sauce in geringer Menge auf der Liste der erlaubten Lebensmittel, obwohl sie aus Chilis, die als lektinhaltig gelten, besteht.
Dies liegt an ihrem außergewöhnlichen Herstellungsprozess, der einen Großteil der Lektine herauslöst. Daraus lässt sich schließen, dass bestimmte altehergebrachte Methoden zur Tinkturenerstellung wohl über die Jahre hinweg ihre Verträglichkeit erprobt haben.
Oftmals sind traditionelle Anwendungen bewährter, als die moderne industrielle Produktion erahnen lässt.
Wenn von Tinkturen gesprochen wird, die lektinhaltige Pflanzen betreffen, ist dennoch Vorsicht geboten.
Meistens sind diese Tinkturen, ähnlich wie traditionelle Anwendungen, relativ sicher. Doch kann keine pauschale Garantie gegeben werden. Vorsicht ist geboten, besonders bei modernen Herstellungsprozessen, die möglicherweise nicht die gleiche Wirkung in der Denaturierung von Lektinen erzielen können.
Abschließend sollte festgehalten werden, dass der Alkoholgehalt und die Einwirkungsdauer maßgeblich sind. Analog dazu wirken Desinfektionsmittel, die bei richtiger Anwendung Bakterienproteine zerstören.
Dennoch bleibt in der Medizin oft Unklarheit darüber bestehen, in welchem Maße die Denaturierung vollständig ist. Daher sollte im Zweifelsfall Vorsicht walten, gerade in der Anwendung von Pflanzenextrakten, die noch nicht ausreichend erprobt wurden.