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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Eine häufig gestellte Frage ist, ob eine lektinfreie Ernährung die Empfindlichkeit gegenüber Lektinen fördern kann. Zunächst möchte ich klären, dass viele Menschen, auch ohne diagnostizierte Autoimmunerkrankung, nicht zwingend eine hohe Toleranz gegenüber Lektinen haben.
Es kommt jedoch auf die Menge und das Adaptionsvermögen des Körpers an.
Ein interessantes Beispiel dafür ist die historische Praxis am russischen Zarenhof, wo Personen sich täglich geringe Mengen Gift zuführten, um sich gegen mögliche Vergiftungsanschläge abzuhärten.
„hnlich kann der Körper sich an kleine Dosen von schwer verdaulichen Stoffen anpassen. Ist jemand allerdings über einen längeren Zeitraum lektinfrei, wird sein Immunsystem seltener mit diesen Proteinen konfrontiert.
Bei plötzlicher Wiederaufnahme von Lektin-haltigen Lebensmitteln kann der Körper verstärkt reagieren; viele berichten von Symptomen wie geschwollenen Fingergelenken oder Verdauungsproblemen.
Der Prozess der Adaption zeigt sich auch bei Menschen mit einem durchlässigen Darm, oft bekannt als 'Leaky Gut'. Diese Personen berichten oft von Energielosigkeit und Müdigkeit, weil ihr Immunsystem konstant Eiweiße abbauen muss, die in die Blutbahn gelangt sind.
Nimmt man nun diese unverträglichen Stoffe über einen längeren Zeitraum ebenfalls heraus, wird das Immunsystem entlastet. Führt man sie jedoch wieder ein, ist die Abwehr nicht mehr so stark und die Beschwerden treten deutlicher zutage.
Ein weiteres Beispiel betrifft die mikrobiellen Zusammensetzungen im Darm. Bestimmte Darmbakterien helfen beim Abbau von Gluten. Wenn Sie regelmäßig glutenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen, unterstützen diese Bakterien den Abbau.
Wird Gluten entfernt, nehmen andere, oft vorteilhaftere Bakterienstämme ihren Platz ein, was insgesamt zu einer besseren Darmgesundheit führt. Dies bedeutet allerdings auch, dass bei plötzlicher Wiedereinführung von Gluten der Körper weniger vorbereitet ist.
Interessant ist auch die Eliminationsdiät von Kuhmilchprodukten. Menschen, die spezifische Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben, sollten sich dieser Problematik mit Sorgfalt nähern und idealerweise Tests durchführen lassen, bevor sie bestimmte Lebensmittel wieder einführen.
Oftmals enthalten Produkte wie Schlagsahne Zusatzstoffe wie Karagin, welche die Integrität der Darmbarriere weiter beeinträchtigen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass langfristiges Vermeiden von Lektinen nicht dazu führt, dass Menschen, die zuvor keine Probleme mit diesen Proteinen hatten, plötzlich eine Unverträglichkeit entwickeln.
Im Gegenteil, eine längere Phase ohne Lektine kann den Darm schützen und sensibilisieren, sich besser fühlen, und gesünder werden.