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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Eine lektinfreie Ernährung ist in der Regel nicht ketogen. Ketogene Ernährung bedeutet, dass so wenig Kohlenhydrate gegessen werden, dass der Körper auf einen Fettstoffwechsel umschwenkt.
Essen Sie jedoch relativ viel Eiweiß, ist es nicht möglich, auf den Fettstoffwechsel umzuschwenken, da zu viel Eiweiß wieder in Zucker oder Kohlenhydrate umgewandelt wird. Das führt dazu, dass es nicht klappen wird, mit viel Eiweiß in der Ketose zu sein.
Möchten Sie eine echte ketogene Diät umsetzen, wie sie im Internet oft beschrieben wird, läuft das in der Praxis so ab: große Schüsseln Salat mit extrem viel Olivenöl und das war es dann.
Eine wirkliche ketogene Ernährung sieht genau so aus, wenn sie funktionieren soll.
Viele Patienten haben mir berichtet, dass sie glauben, ketogen zu leben, aber keinen Erfolg haben. Oft machen diese Patienten gewisse Fehler und sind nicht wirklich in der Ketose.
Wenn Patienten tatsächlich auf eine ketogene Ernährung umgestellt werden, ist diese sehr eintönig und das Essen macht wenig Spaß. Doch durch Bluttests können die Ketonkörper gemessen werden, und es wird deutlich, dass die Patienten in Ketose sind.
Ketonkörper sind typische Produkte des menschlichen Hungerstoffwechsels. Normalerweise wäre es in der Natur kaum möglich, sich fettreich zu ernähren, da größere Fettmengen selten vorkommen.
Selbst wenn ein Urmensch vor einem Busch Haselnüsse stehen würde, wäre es ihm nicht möglich, viele Haselnüsse auf einmal zu knacken und zu essen.
Wenn ich mir einen Hasen jage und dessen Knochenmark esse, hat dieses Knochenmark nicht so viel Fett.
Der Körperfettanteil eines Hasens hat meist nur 2 bis 4 Prozent. Das bedeutet, dass Fett in der Natur hauptsächlich aus dem eigenen Fettgewebe stammt. Wenn der Körper viele freie Fettsäuren hat, stellt er auf einen Hungerstoffwechsel um und ignoriert das Insulinsignal weitgehend.
Dies kann eine Ursache für Übergewicht sein, da Fett und Kohlenhydrate in unserer Welt oft nicht getrennt werden.
Sollte man überhaupt eine ketogene Diät machen? Ich empfehle das nur bestimmten Patienten, wie denen mit bestimmten Krebsarten oder epileptischen Anfällen.
Diese Erkrankungen lassen sich durch ketogene Ernährung gut kontrollieren. Für andere Menschen lohnt es sich meist nicht.
Langfristig sinkt der Schilddrüsenhormonspiegel, um Energie zu sparen.
Dies zeigt sich in der Umwandlung von T3 in die inaktive Form rT3. Dieses Phänomen tritt auch bei starkem Stress oder Fasten auf. Ich bin ein großer Fan der Fastentherapie. Schon bei einem fünf Tage langen Fastenzyklus sinken die Schilddrüsenhormonwerte deutlich.
Eine wichtige kurzkettige Fettsäure namens Butyrat spielt eine Rolle für die Darmflora. Normalerweise entsteht Butyrat durch die Fermentation von Ballaststoffen. Ein Ketokörper namens Beta-Hydroxybutyrat (BHB) kann diesen Mangel teilweise ausgleichen, indem es den Darm alternativ mit Nährstoffen versorgt.
Dies ist einer der Gründe, warum das Mikrobiom beim Fasten nicht komplett zusammenbricht.
Alternativ ist es effektiver, genügend Ballaststoffe zu sich zu nehmen, wie es bei der Fasten Mimikry Diät (FMD) der Fall ist.
Diese ballaststoffreiche Diät fördert die Bildung von Butyrat.
Ketonkörper entkoppeln zudem die Atmungskette, was zu einem erhöhten Energieverbrauch führt. Dies kann erklären, warum Menschen unter ketogenen Diäten abnehmen.
Manche Patienten berichten, dass sie trotz einer kalorienarmen Diät nicht abnehmen hier könnte eine Entkopplung des Energiestoffwechsels helfen.
Insgesamt bietet Fasten viele der Vorteile einer ketogenen Ernährung, oft in einem weitaus größeren Maße.
Fasten ist eine Möglichkeit, von den positiven Effekten auf den Stoffwechsel zu profitieren, ohne die Nachteile einer langfristigen ketogenen Diät in Kauf nehmen zu müssen.