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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Ich bin gefragt worden, warum Kinder andere Dinge lieber essen als Erwachsene und einige Lebensmittel verschmähen. Dies liegt daran, dass wir Menschen auf das Überleben geeicht sind.
Ein Kind hat noch sehr wenig Lebenserfahrung und muss vieles erst lernen. Während viele Säugetierkinder innerhalb kurzer Zeit selbstständig lebensfähig sind, bleibt ein menschliches Kind sehr lange bei den Eltern.
Unser Gehirn, so sagen manche, reift erst Mitte 20 vollständig aus. Das bedeutet, dass wir eine lange Lernphase durchleben, um zu verstehen, was wir essen können und was nicht. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist, dass Kinder oft kein Gemüse mögen.
Mein erster Sohn sagte einmal ganz begeistert, als er gerade sprechen konnte: 'Vierjährige Kinder mögen kein Gemüse.' Das war sehr amüsant.
Brokkoli zum Beispiel ist ein Kreuzblütler und enthält viele schwefelhaltige Aminosäuren.
Dieser Schwefel kann uns sogar unangenehm riechen, obwohl er eigentlich nicht schädlich ist. Schwefelgeruch kann jedoch auch auf verderbende Lebensmittel hinweisen, wie der Geruch fauler Eier. Kinder reagieren auf diesen Geruch mit Ekel, um sich vor möglichen Gefahren zu schützen.
Interessanterweise lieben Kinder süße Lebensmittel. Der Körper erkennt die Wichtigkeit dieser Nahrungsmittel für das Gehirn. Zudem sind süße Lebensmittel in der Regel ungiftig, im Gegensatz zu bitteren Lebensmitteln, die oft giftig sind.
Daher meiden Kinder bittere Nahrungsmittel wie Kaffee oder Oliven, solange ihr Gehirn noch nicht vollständig ausgereift ist und sie nicht wissen, welche Lebensmittel sicher sind.
Kinder sind auch an den Geschmack der Muttermilch gewöhnt, die eine besondere Mischung aus einem Drittel Kohlenhydraten, einem Drittel Fett und einem Drittel Eiweiß darstellt.
Diese Balance ist tief in unserem System verankert, obwohl sie für Erwachsene nicht förderlich ist, da wir nicht mehr wachsen müssen. Für uns Erwachsene ist es besser, Fette und Kohlenhydrate zu trennen.
Kinder hingegen brauchen diese Zusammensetzung für ihr Wachstum. Dieser Hintergrund erklärt, warum Kinder bestimmte Geschmäcker bevorzugen und andere ablehnen.