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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Es kann durchaus vorkommen, dass jemand, der sich bereits seit längerer Zeit ketogen ernährt, plötzlich wegen erhöhter Blutzuckerwerte oder eines erhöhten HbA1c-Wertes bei seinem Hausarzt auffällt.
Oft wird dann vorschnell eine Diabetesdiagnose gestellt.
Die erhöhte Blutzucker- oder HbA1c-Werte sind jedoch nicht unbedingt ein Zeichen für Diabetes, sondern können auch auf eine sogenannte physiologische Insulinresistenz hinweisen.
Dies passiert häufig bei Personen, die sich streng kohlenhydratarm ernähren. Während dies anfangs besorgniserregend erscheinen mag, bedeutet dies nicht unbedingt, dass diese Person zuckerkrank ist.
Die Frage ist jedoch, ob diese physiologische Insulinresistenz problematisch sein könnte. Wahrscheinlich ist sie es. Denn viele verschiedene Proteine im Körper können glykiert werden, nicht nur das Hämoglobin im Blut.
Wenn Proteine durch Zuckerbindungen inaktiviert werden, können sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Der Körper könnte fälschlicherweise glauben, dass er genügend funktionsfähige Proteine oder Enzyme hat, obwohl ein Teil davon inaktiviert ist.
Dies kann zu einer Reihe von Problemen führen. So kann eine chronische Inaktivierung von Proteinen die Funktionalität wichtiger biologischer Prozesse beeinträchtigen. Daher sollte eine physiologische Insulinresistenz durchaus ernst genommen und überwacht werden.