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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Ein Ballaststoff, das ist etwas, was in der Regel den Koch- und Garprozess fast vollständig übersteht. Es gibt ein paar wenige Ausnahmen, bei denen das nicht klappt. Bei Oligosacchariden zum Beispiel.
Diese bilden etwa die Ballaststoffe in Muttermilch, und damit bauen Säuglinge ihre Darmflora auf. Wenn ich die zu heiß mache, dann zerfallen die tatsächlich in ihre Bestandteile.
Aber die meisten anderen Ballaststoffe kann ich einfach mit kochen oder backen.
Gerade die Flohsamenschalen bieten sich ideal zum Backen an. Anders sieht es bei Probiotika aus. Wenn ich ein Probiotikum einnehme, also lebende Bakterien (ob das jetzt aus Rohmilchkäse, Kefir, Joghurt, Sauerteig oder ähnliches ist) und ich das Probiotikum auf deutlich mehr als 40 Grad erhitze, sind die Bakterien tot und haben ihren Effekt verloren.
Das heißt, hier sollte man vorsichtig sein.
Für den Fall, dass eine Stuhlprobe eine Darmflora zeigt, die nicht optimal ist, verordne ich häufig ein Mischpulver aus Probiotika und Ballaststoffen.
Dabei müssen die Patienten dann relativ wenig beachten und es ergibt sich eine gute Basisabdeckung. So weiß ich, dass gleich das richtige 'Bakterienfutter' enthalten ist. Ich bevorzuge Präparate der Marke Edubily.
Bei solchen Mischungen müssen wir tatsächlich aufpassen. Warmes Wasser ist gut, denn dann vermehren sich die Bakterien. Doch koche ich das Pulver oder rühre es in heißen Tee, dann funktioniert es nicht, weil die lebenden Bakterien dabei absterben.
Also Ballaststoffe warm machen? Ja! Aber Achtung mit enthaltenen Probiotika!