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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei

Kann Hashimoto andere Organe angreifen?

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Video-Transkript

Kann Hashimoto andere Organe angreifen? Ja, das kann der Morbus Hashimoto, was jedoch nicht so bekannt ist. Zum Beispiel gibt es die Hashimoto-Enzephalopathie, eine Erkrankung des Gehirns. Diese kann sich in Form von epileptischen Anfällen oder Psychosen äußern.

Dabei kann es auch zu Fehlwahrnehmungen der Realität kommen. Viel interessanter ist, dass schwere Depressionen und heftige Kopfschmerzen zu den Symptomen zählen. Im schlimmsten Fall kann es zu Schlaganfällen oder Durchblutungsstörungen führen, die Sprachstörungen und Gangunsicherheiten verursachen.

Wenn man bedenkt, wie häufig Hashimoto vorkommt, wird die Hashimoto-Enzephalopathie oft übersehen. Der hohe Anteil an vermeidbaren Schlaganfällen wäre ein wesentlicher Aspekt dieser Überlegung.

Hashimoto muss daher als Ganzkörpererkrankung betrachtet werden. Und es reicht nicht nur, L-Thyroxin einzunehmen, sondern man muss sich auch mit einer lektinfreien Ernährung beschäftigen.

Hashimoto kann ferner andere Effekte haben. Veränderungen in den Augenhöhlen, die man normalerweise mit dem Morbus Basedow in Verbindung bringt, können auftreten. Diese endokrine Orbitopathie kann theoretisch auch bei Hashimoto vorhanden sein.

Dabei vermehrt sich Bindegewebe, während Fettgewebe und Muskeln entzündet sind. Diese Veränderungen können auch in anderen Körperbereichen auftreten, wie etwa der Wirbelsäule und dem Retroperitoneum, wo Nieren, Harnwege und Blutgefäße liegen.

Die retroperitoneale Fibrose, eine seltene Komplikation, kann entstehen, wenn starkes Bindegewebe diese Organe ummauert. Das kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Dies ist auch ein Grund, Hashimoto unter Kontrolle zu bringen, um Entzündungen und Antikörperbildung zu minimieren.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Symptome zu behandeln, sondern auch die Ursache zu beseitigen. Eine unkontrollierte Autoimmunerkrankung erhöht das Risiko, eine zweite zu entwickeln. Wenn diese durch Lektine getriggert wird und ich weiterhin diese Lektine zu mir nehme, könnte ich das Risiko steigern, eine weitere Autoimmunerkrankung zu entwickeln.

Dies gilt besonders für Menschen mit einer genetischen Prädisposition für Autoimmunerkrankungen.

Aus meiner ärztlichen Erfahrung weiß ich, dass Patienten mit Typ-1-Diabetes häufig auch eine Schilddrüsenunterfunktion, oft ein unentdeckter Hashimoto, haben.

Viele „rzte übersehen diese Verbindung bisher. Diese Tatsache unterstreicht die Wichtigkeit einer umfassenden Betrachtung und Behandlung von Hashimoto.


Quellen: Open repair of an abdominal aortic and right common iliac artery aneurysm with idiopathic retroperitoneal fibrosis in a 19-month-old infant., Immunoglobulin G4 disease-related retroperitoneal fibrosis A series of five cases.

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