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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Immer wieder lesen Sie vielleicht irgendwo im Internet den Ratschlag, bei depressiven Stimmungslagen und zum besseren Schlafen oder „hnliches, die Aminosäure Tryptophan einzunehmen. Diese ist zum Beispiel in vielen Milchprodukten enthalten.
Tryptophan wird bei der Aufnahme im Körper normalerweise in Serotonin, das Hormon, das 'glücklich' macht, und Melatonin, das Hormon, das wir für einen guten Schlaf benötigen, umgewandelt.
Und damit könnte man sagen, ist alles prima. Allerdings ist es so, dass unser Körper glaubt, dass wir ständig mit Bakterien in Kontakt sind und dagegen kämpfen müssen. Tryptophan ist nicht nur für uns Menschen eine essenzielle notwendige Aminosäure, sondern auch für Mikroorganismen wie Bakterien.
Und jetzt ist es so, dass, wenn der Körper Bakterien bemerkt, er ein System hat, um das Tryptophan aus dem Körper rauszuziehen und abzubauen.
Das ist an sich super clever. Die Schwierigkeit ist nur, dass dieses System bei uns immer wieder getriggert wird.
Es gibt zwei Trigger dafür: Das eine ist tatsächlich Entzündung, da wird ein Enzym namens IDO aktiviert, das andere sind erhöhte Cortisolspiegel, also Stress, und da wird ein Enzym namens TDO aktiviert.
Beide Enzyme verstoffwechseln Tryptophan zu einem Stoff, der sich Kynurenin nennt. Diese Abbauprodukte bremsen Zellen des Immunsystems, also T-Zellen, in ihrer Aktivität und können diese sogar zum Absterben bringen.
Und das sind die Zellen, die wir benötigen, um entstehende Krebszellen wieder abzutöten. Sie haben alle bestimmt schon einmal gehört, dass jeder Mensch am Tag Krebszellen produziert, aber diese wieder abbaut.
Jetzt haben Sie vielleicht auch gehört, dass Krebs eine entzündliche Erkrankung ist. Sie können sich jetzt vorstellen, dass die Kombination aus Stress und erhöhten Entzündungsspiegeln nun indirekt über diese Kynurenine die Zellen platt macht und die Krebszelle auffressen kann.
Krebszellen können plötzlich überleben und das ist der Grund dafür, warum bei Stress oder erhöhter Entzündung zusätzliches Tryptophan möglicherweise wirklich nicht krebserregend aber krebsförderlich ist und ausgesprochen schlecht für unsere Gesundheit.
Das Problem ist nur, dass wenn jetzt jemand schlecht schläft und deswegen zum Beispiel Tryptophan einnimmt, um Melatonin zu produzieren und besser zu schlafen, dann hat diese Person mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhöhte TDO-Aktivität.
Wir wissen aus der Praxis, dass Menschen mit Depressionen ganz häufig ein entzündliches Problem auf Magen-Darm-Ebene zusätzlich vorliegen haben. Wenn jetzt jemand zum Beispiel depressiv ist und Tryptophan einnimmt um 'glücklicher' zu werden, tritt eine erhöhte IDO-Aktivität auf und damit ist das tatsächlich gewissermaßen krebserregend.
Das heißt, wenn Sie jetzt darüber nachdenken, ob Sie Tryptophan besser nicht einnehmen sollten, im Zweifelsfall vielleicht nicht, aber auf der anderen Seite ist es ein essenzieller Nährstoff.
Wir brauchen den, denn wenn dieses System angeschmissen ist, fehlt uns dieses Eiweiß, weswegen wir tatsächlich niedrigere Serotonin- oder Melatoninspiegel haben können. Es ist aber auch keine Lösung zu sagen, man lebt vegan und eiweißfrei und isst eben nie wieder Tryptophan, denn das macht es auch nicht besser.
Aber Sie müssen tatsächlich zwei Dinge angehen: Wenn Sie erhöhte Entzündungsspiegel haben, das ist oft ein Problem auf Magen-Darm-Ebene, machen Sie gegebenenfalls einen Stuhltest und schauen Sie, was für Entzündungswerte da vorliegen.
Auch im Blut kann man nachschauen lassen, ob der CRP-Wert unter der Nachweisgrenze liegt. Wenn ja, dann haben Sie wahrscheinlich keine Entzündung, wenn nicht, dann sollten Sie unbedingt alles dafür tun, um diese Entzündungswerte zu Nullen.
Wenn Sie schon einmal bei uns in der Praxis waren, haben wir das automatisch gemessen, wenn nicht, können Sie auf www.drgersch.de/online gehen und dort entsprechend ein Bluttestset oder Stuhltestset zu sich nach Hause bestellen.
Entweder machen Sie es zu Hause oder Sie können Blutentnahmen auch zu Ihrem Hausarzt mitnehmen, wenn Sie nicht zu uns zur Blutentnahme kommen wollen. Dies klappt ziemlich gut und so finden wir dann heraus, ob Sie irgendeine Entzündung haben.
Das ist die eine Variante.
Die zweite Variante hat mit dem Stress zu tun. Wenn Sie merken, dass Stress ein Problem in Ihrem Leben ist, müssen Sie den abstellen. Wenn ich Ihnen jetzt sagen würde, dass Sie sich nicht so viel stressen sollen, dann klappt das für eine gestresste Person überhaupt nicht.
Sie können aber überlegen, wie der Stress überhaupt in Ihrem Körper zustande kommt und werden merken, dass Sie bei Stress meistens zu schnell atmen. Die meisten Menschen, die ein Stressproblem haben, haben eine dysfunktionale Atmung, also eine fehlgeleitete Atmung, und gegen die können Sie sehr wohl etwas tun.
Sie können einen ganz einfachen Test machen, um zu schauen, ob Sie davon betroffen sind. Sie können also einmal testen, wie lange Sie die Luft stressfrei anhalten können. Sie atmen ganz normal ein und aus und dann halten Sie einfach einmal die Luft an.
Sie zählen in Sekunden, wie lange Sie maximal die Luft anhalten können und wie lange Sie stressfrei die Luft anhalten können. Wenn Sie sehen, dass Sie deutlich unter einen Wert von 35 Sekunden kommen, dann kann man sagen, dass der Grund für Ihren Stress unter anderem mit an der Atmung liegt.
Und wenn Sie das angehen wollen, haben wir ein tolles Programm, mit dem wir Sie dabei unterstützen können. Darüber bekommen wir die Stressspiegel runter, darüber bekommen wir die Entzündungsspiegel runter und dadurch verliert das Tryptophan, welches sowieso immer in unserer Ernährung vorkommt, auch seine vielleicht nicht krebserregende, aber krebsförderliche Wirkung.
Noch einmal zu der Frage, ob Tryptophan krebserregend ist? Ja, für die meisten Menschen schon, weil die meisten Menschen eben eine dysfunktionale Atmung oder Entzündungen im Körper haben.
Aber das sind alles lösbare Probleme. Ich würde allerdings Tryptophan nie so pur supplementieren.
Wir schauen in der Praxis immer, dass Patienten einen gewissen Eiweißspiegel im Blut haben.
Wenn der zu niedrig ist, raten wir dazu, mehr Eiweiß zu konsumieren, auf eine bestimmte Art und Weise und nicht gezielt einzelne Aminosäuren, sondern ein vollwertiges komplettes Eiweiß aus dem sich der Körper rausziehen soll, was er braucht.
Denn hätte man zum Beispiel ein Monogramm, wo man sieht, dass man einen Mangel an Tryptophan hat, dann liegt es meistens nicht daran, dass man keins aufnimmt, sondern daran, dass dieser Kynurenin-Pfadweg aktiviert ist und das Tryptophan einfach weg verstoffwechselt wird, um sich gegen mögliche Schadfaktoren zu währen, die aber vielleicht gar nicht vorliegen und so auch keinen Vorteil bieten.
Letzte Anmerkung: Es gibt noch die Volksweisheit, die sagt, dass man eine Erkältung füttern und ein Fieber aushungern soll. Das hat genau den gleichen Hintergrund, denn Bakterien, die das Fieber auslösen würden, leben unter anderem vom Tryptophan und eine akute fieberhafte Erkrankung kann damit auch ausgehungert werden.
Aber das war nur eine kleine alte Volksweisheit.
Bitte achten Sie darauf, eventuelle Entzündungen zu Nullen und eine normale Atmung zu haben. Sie sollten stressfrei mehr als 35 Sekunden oder maximal 60 Sekunden die Luft anhalten können.