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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Viele Menschen stellen sich die Frage, ob alle IgG-Gedächtnisantikörper gegenüber Lebensmitteln wirklich auf Null sein müssen, um als gesund zu gelten. Grundsätzlich ist das nicht der Fall.
In einigen Nahrungsmittelsensitivitätstests erhalten wir Ergebnisse, die nahezu Null oder tatsächlich Null betragen, was jedoch nicht unbedingt bedeutet, dass dies der normale oder notwendige Zustand für jeden Menschen ist.
Anhand kleiner Mengen dieser IgG-Antikörper kann unser Immunsystem eine gewisse physiologische Auseinandersetzung zeigen. Das bedeutet nicht, dass erhöhte IgG-Antikörperwerte sofort ein Warnsignal sind, sondern diese können einfach einen vorübergehenden Zustand widerspiegeln.
Geringe Menge an Antikörpern sind im Laufe des Lebens völlig normal, besonders bei Ereignissen wie Erkältungen, die leichte Immunreaktionen verursachen.
Im Allgemeinen erinnert uns die Biologie daran, dass die verzehrten Eiweiße in Aminosäuren zerlegt und dann vom Körper aufgenommen werden.
Auf diese Aminosäuren bildet der Körper keine IgG-Antikörper. Eine andere Situation ergibt sich jedoch, wenn unverdautes, komplexes Eiweiß in den Verdauungstrakt gelangt. Dann könnte das Immunsystem reagieren und Antikörper gegen dieses Fremdeiweiß formieren.
Ein aktives Leaky-Gut-Syndrom kann dazu führen, dass Lebensmittelproteine plötzlich für das Immunsystem sichtbar werden, was wiederum eine Antikörperproduktion auslösen kann.
Aber sobald sich die Entzündungen und die Durchlässigkeit des Darms beruhigen, spielen geringe Gedächtnisantikörper in der klinischen Praxis keine große Rolle. Somit lassen sich diese kleinen Antikörpermengen als physiologisch und in gewissem Grade normal bezeichnen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass alle Gedächtnisantikörper, einschließlich derjenigen gegen Lebensmittel, auf vergangene Ereignisse hinweisen und nicht unbedingt auf gegenwärtige Zustände.
So wie Windpocken-Antikörper bei einer Blutabnahme vorhanden sind, ohne dass man derzeit an Windpocken leidet, so sind auch Lebensmittelantikörper keine unmittelbaren Indikatoren für aktuelle Probleme.
Erhöhte oder steigende Lebensmittelantikörpersind können jedoch ein Signal für ein aktives Leaky-Gut-Syndrom sein. Solche Antikörper pegeln sich oft wieder auf Null ein, sobald das Immunsystem keine Anreize mehr hat, diese hoch zu halten und wenn die Darmschleimhaut wieder intakt ist.
Dies bedeutet gleichzeitig, dass Nahrungsmittel wieder eingeführt werden können, sobald die IgG-Antikörper gesunken sind und keine Darmpermeabilität mehr besteht. Wenn jedoch die Wiedereinführung von Nahrungsmitteln zu auf Eile erfolgt, besteht die Gefahr, dass die Antikörperwerte wieder ansteigen.