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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Was haben Hormone mit Autoimmunerkrankungen zu tun? Diese Frage möchten wir genauer beleuchten, indem wir einige oft erwähnte Konzepte analysieren.
Die Nebenniere produziert wesentliche Hormone wie Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin und Aldosteron, die in unserem Körper verschiedene Funktionen erfüllen.
Wenn diese Hormone fehlen, kann dies zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen. Eine authentische Nebennierenschwäche, wie sie bei Morbus Addison auftritt, ist selten und schwerwiegend, doch oft hören wir auch von einer relativen Nebennierenschwäche.
Intriguierenderweise bringt Stress die Blutversorgung der Speicheldrüsen durcheinander und beeinflusst so die Messwerte. Daher ziehen wir es vor, den Cortisolspiegel im Blut zu messen, um genauere Ergebnisse zu erhalten.
DHEA, ein in der Nebenniere produziertes Hormon, wirkt gegen Stress und wird im Laufe des Lebens weniger. Manchmal kann die Ergänzung mit DHEA helfen, jedoch muss dies unter ärztlicher Aufsicht geschehen, da es zu Nebenwirkungen kommen kann.
Bei Männern mit Autoimmunerkrankungen und Hypothyreose messen wir häufig den Testosteronspiegel und sehen oft niedrige Werte. Anstatt eine Testosteron-Ersatztherapie durchzuführen, setzen wir auf Maßnahmen wie Stressreduktion und gezieltes Training.
Wir messen auch das Verhältnis von freiem zu gesamtem Testosteron, um festzustellen, ob Stress eine Rolle spielt. Nahrungsergänzungsmittel wie Tonkat Ali oder Brennnesselwurzelextrakt können dann helfen, das freie Testosteron zu erhöhen.
Bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen sehen wir häufig eine Estrogendominanz, die das Immunsystem aggressiver macht und in Richtung Autoimmunität drängt.
Wir messen dazu Estrogen und Progesteron im Blut, um ein klares Bild zu bekommen. Progesteron hat stressmindernde und immunmodulierende Eigenschaften, die dabei helfen können, die Balance wiederherzustellen.
Auch männliche Patienten können von einem ausgeglichenen Progesteronspiegel profitieren, da Progesteron eine wichtige Rolle im Gehirn spielt und stressmindernd wirkt.
Besonders bei Autoimmunerkrankungen sind künstliche Hormone wie die Pille oft problematisch, da sie Dysbiosen fördern können.
Daher begleiten wir viele Patienten dabei, Alternativen zu solchen Hormonen zu finden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hormonelle Ungleichgewichte eine signifikante Rolle bei Autoimmunerkrankungen spielen können.
Eine sorgfältige Messung und individuelle Therapieansätze sind daher unerlässlich.