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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wenn Sie Heuschnupfen haben, stellt sich oft die Frage, ob Honig gut vertragen wird. Auf den ersten Blick klingt das für viele Menschen erst einmal ungewöhnlich. Denn Honig entsteht ja aus dem, was Bienen von Blüten und Pollen sammeln und verarbeiten.
Und tatsächlich kann Honig geringe Mengen an Pollen enthalten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede Person mit Pollenallergie darauf reagieren muss. Für die meisten Menschen mit Pollenallergie ist Honig zunächst relativ unproblematisch.
Typischer Honig aus dem Geschäft ist außerdem meist nicht nur reines Bienenprodukt. Häufig sind große Mengen Zucker enthalten, und der Fruktosegehalt spielt ebenfalls eine Rolle.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer allgemeinen Pollenallergie und einer echten allergischen Reaktion auf den Honig selbst. Viele Beschwerden entstehen bei Allergien dadurch, dass ein Lebensmittel Spuren des auslösenden Allergens enthält.
Dann können bereits sehr kleine Mengen genügen, um Symptome auszulösen. Wenn im Honig Pollen gelöst oder enthalten sind, kann das bei empfindlichen Personen durchaus eine Reaktion verursachen.
Und deshalb gilt: Wenn Sie eine Pollenallergie haben und den Verdacht haben, dass Sie auf Honig reagieren, ist Vorsicht sinnvoll. Sie können dann ein geeignetes Ersatzprodukt wählen, das das Problem ausklammert.
Ein möglicher Nachteil von Honig ist dabei vor allem der Fruktosegehalt. Wer darauf achten möchte, kann auch auf andere süßende Produkte ausweichen. Tapiokasirup wird hier häufig als Beispiel genannt, weil er ähnlich süß schmeckt und eher aus Glukose besteht.
Damit lässt sich der Fruktoseanteil deutlich reduzieren.
Wenn Sie Honig jedoch gern essen, kann auch die Honigsorte eine Rolle spielen. Entscheidend ist, aus welchem Gebiet der Honig stammt und welche Pflanzen dort zu der jeweiligen Jahreszeit geblüht haben.
Durch die globalisierte Wirtschaft sind heute viele Honigsorten erhältlich, und je nach Herkunft können sich die enthaltenen Pollen unterscheiden. Wer also genau wissen möchte, ob ein bestimmter Honig problematisch ist, sollte die Herkunft und den Zeitpunkt der Blüte mitdenken.
Bei Heuschnupfen haben viele Betroffene ihre Beschwerden bereits deutlich gemerkt. Das ist ein Unterschied zu manchen Lebensmittelallergien, die eher unauffällig verlaufen können. Gerade weil die Reaktionsbereitschaft bei Heuschnupfen vorhanden ist, kann man vorsichtig testen, ob Honig vertragen wird.
Eine einfache Möglichkeit ist eine kleine Probe. Eine Teelöffelspitze Honig kann man vorsichtig an die Unterlippe geben und kurz dort belassen. Wenn es zu Jucken, Brennen oder unangenehmem Kribbeln kommt, sollten Sie diesen Honig nicht weiter essen.
Wenn diese lokale Probe unauffällig bleibt, ist das noch keine absolute Garantie. Aber sie kann immerhin ein erster Hinweis sein, dass keine sofortige Reaktion zu erwarten ist. Und wenn Sie es wirklich genau wissen möchten, gibt es auch aufwendigere Verfahren.
Dann kann man vor Ort Blut abnehmen und im Labor untersuchen, ob weiße Blutkörperchen auf den Honig reagieren. Dazu wird eine Probe des Honigs im Labor zu den Zellen gegeben. Reagieren die Zellen darauf, spricht das für eine mögliche Unverträglichkeit oder Allergie.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, ist ein alternatives Süßungsmittel oft der einfachste Weg. Wenn Sie aber Honig verwenden wollen, lohnt sich ein bewusstes, vorsichtiges Vorgehen.
So lässt sich besser einschätzen, ob der Honig für Sie im Alltag eine gute Wahl ist oder ob ein Ersatzprodukt sinnvoller ist.