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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wer Probiotika einnimmt, stellt sich oft die Frage, wie sich dies auf das Risiko einer Dünndarmfehlbesiedlung (Cibo) auswirkt.
Es ist bekannt, dass der obere Dünndarm normalerweise nur sehr wenige Bakterien enthält. Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung hingegen leben dort plötzlich Darmbakterien, die normalerweise im Dickdarm beheimatet sind.
Ein häufiges Symptom für dieses Problem sind Blähungen. Normalerweise können Bakterien aus dem Dickdarm durch verschiedene Faktoren in den Dünndarm hochwandern, was zu dieser Fehlbesiedlung führt.
Daher könnte man vermuten, dass das Schlucken von Probiotika, die den Magen passieren, das Problem verschlimmern könnte. Dies ist tatsächlich eine berechtigte Sorge. Ein unreflektiert eingenommenes Probiotikum kann oft nicht die beste Lösung darstellen.
Wir raten dazu, Probiotika zielgerichtet einzunehmen. Menschen, die an Cibo leiden, haben oft auch ein Problem mit zu wenig Magensäure. Magensäure tötet normalerweise alle Bakterien ab, die wir mit der Nahrung aufnehmen, sowohl gute als auch schlechte.
Ohne ausreichend Magensäure können sich diese Bakterien jedoch im oberen Dünndarm ansiedeln.
Das bedeutet jedoch auch, dass viele Probiotika gar nicht wirksam werden, weil sie von der Magensäure abgetötet werden.
Probiotika werden wirksam, wenn sie den Dünndarm unbeschadet passieren können. Dafür braucht es verkapselte Formen oder spezielle Einnahme-Taktiken, zum Beispiel die Einnahme der Probiotika morgens auf nüchternen Magen mit viel Flüssigkeit.
Für Personen mit Cibo ist es wichtig, zuerst die Magensäure zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Danach sind meist sporenbasierte Probiotika sinnvoll. Diese sind im oberen Dünndarm noch nicht aktiv, sondern entfalten ihre Wirkung erst im Dickdarm.
Dort besteht in der Regel eine Dysbiose bei Cibo.
Eine lektinfreie Ernährung und ausreichende Ballaststoffe sind ebenfalls entscheidend, um die Wirksamkeit der sporenbildenden Probiotika im Dickdarm zu unterstützen.
Es dürfen jedoch nicht die Ballaststoffe sein, die die bakterielle Fehlbesiedlung nähren. Vermehrte Blähungen können ein Hinweis darauf sein, welche Ballaststoffe nicht geeignet sind.
Manchmal ist es notwendig, verschiedene Arten auszuprobieren, um die beste Lösung zu finden.