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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Viele Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis stellen sich die Frage, ob sie Kreuzblütler wie Brokkoli, Blumenkohl oder Rosenkohl generell meiden sollten.
Die kurze Antwort darauf ist: Nein, das ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Kreuzblütler enthalten, wie viele andere Gemüsearten auch, bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe.
Dazu zählen sogenannte Fraßgifte, die in sehr hohen Mengen die Schilddrüsenfunktion leicht hemmen können. Dieser Effekt entsteht durch Substanzen wie Glucosinolate, die bei Zubereitung und Verdauung zu sogenannten Goitrogenen umgewandelt werden.
Diese können in hohen Dosen die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse beeinflussen.
Wenn Sie jedoch an Hashimoto leiden, liegt bei den meisten Patientinnen und Patienten ohnehin eine reduzierte oder aufgehobene Schilddrüsenfunktion vor.
Sie nehmen mit großer Wahrscheinlichkeit bereits Schilddrüsenhormone ein. Dadurch wird die Bedeutung möglicher Hemmstoffe aus Lebensmitteln relativ gering. Ob Ihre ohnehin kaum aktive Schilddrüse durch Kreuzblütler weiter gehemmt wird, ist meist unerheblich und beeinflusst Ihre Hormonlage praktisch nicht.
Es gibt allerdings Situationen, in denen sich der Verlauf verbessert: Beispielsweise durch eine konsequent lektinarme Ernährung, was zu einem Rückgang der Autoantikörper und einer Erholung der Schilddrüsenfunktion führen kann.
Dann stellt sich die Frage, ob die Schilddrüse wieder anfängt, selbstständig zu arbeiten. Aus ärztlicher Erfahrung lässt sich sagen: Der hemmende Effekt von Kreuzblütlern auf die Schilddrüse ist sehr gering.
Nur bei einem sehr hohen Konsum etwa wenn Sie täglich eine große Portion, wie zum Beispiel 750 Gramm Brokkoli, verzehren lässt sich ein leichter Unterschied in der Schilddrüsenfunktion messen.
Dieser Effekt kann meist durch eine ausreichende Jodzufuhr ausgeglichen werden, was viele ohnehin beherzigen. Dennoch sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.
Prinzipiell können Sie überprüfen, wie Ihr Körper reagiert: Lassen Sie für einen Zeitraum Kreuzblütler weg und ersetzen Sie sie beispielsweise durch Wurzelgemüse.
Beobachten Sie, ob sich etwas an Ihrem Wohlbefinden oder Ihren Laborwerten verändert. In den allermeisten Fällen werden Sie jedoch keinen spürbaren Unterschied feststellen. Das Auftreten kleiner Effekte ist messbar, aber sehr überschaubar.
Das Gute daran ist, dass sich diese Auswirkungen kontrollieren und gegebenenfalls gezielt ausgleichen lassen.