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Warum entsteht ein Mangel an Magensäure?

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Video-Transkript

Warum entsteht ein Mangel an Magensäure?

Eine der wichtigsten Fragen in der medizinischen Beratung zu Verdauungsproblemen ist, wie es eigentlich zu einem Mangel an Magensäure kommen kann und welche Symptome damit verbunden sind.

Interessanterweise betrifft dies viele Menschen, die an Sodbrennen leiden. Es wird häufig angenommen, dass bei Reflux zu viel Magensäure produziert wird, doch in vielen Fällen besteht sogar ein Mangel.

Der zentrale Faktor, der die Produktion von Magensäure beeinflusst, ist der Stress. Denn Ihre Magensäure wird durch den Vagusnerv reguliert einen der bedeutendsten Nervenstränge des Körpers, der das Gehirn mit den inneren Organen verbindet.

Der Vagusnerv steuert unter anderem die Menge an Magensäure, die der Magen bildet. Unter anhaltendem Stress ist vor allem der Sympathikus, also das 'Fight-or-Flight'-System des vegetativen Nervensystems, aktiv.

Sie spüren dies häufig an einem höheren Puls, innerer Unruhe, Gereiztheit und vielleicht sogar an leicht schwitzigen Händen.

Ihr Körper bereitet sich damit auf eine Bedrohung vor.

Diese Stressreaktion war in der Steinzeit sinnvoll, denn sie half, sich schnell zu entscheiden, ob Gefahr droht. Leider wird sie heute auch schon durch banale Auslöser wie Benachrichtigungen auf dem Handy ausgelöst und zwar unabhängig davon, ob die Nachricht positiv, negativ oder neutral ist.

Ständiger Stress verändert Ihr Atemmuster, Ihr Körper stellt sich auf Flucht oder Kampf ein. In dieser Situation werden die Verdauungsfunktionen, einschließlich der Magensäureproduktion, heruntergefahren.

Die Durchblutung der Verdauungsorgane wird gedrosselt, weil sie jetzt nicht gebraucht werden das ist physiologisch sinnvoll, wenn Sie tatsächlich vor Gefahr fliehen müssen, aber problematisch im modernen Alltag, wenn Sie dauerhaft gestresst sind.

Warum ist zu wenig Magensäure ein Problem? Die Magensäure ist bedeutsam, nicht nur um Sodbrennen zu verhindern. Der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre erkennt, wie sauer der Speisebrei ist.

Ist nicht genug Säure vorhanden, schließt sich der Schließmuskel nicht richtig, und saure Bestandteile gelangen zurück in die Speiseröhre. Sie verspüren das klassische Brennen, obwohl die Säurekonzentration eigentlich zu niedrig ist.

Daneben können Sie Eiweiße nicht mehr optimal verdauen. Magensäure löst Eiweiße auf, so wie Phosphorsäure in einer Cola ein Stück Fleisch auflösen würde.

Recherchieren Sie dazu ruhig Videos zu Fleisch in Cola, um einen Eindruck zu bekommen. Bleibt die Magensäure schwach, werden die Eiweiße unvollständig verdaut das begünstigt Unverträglichkeiten, insbesondere gegenüber schwer verdaulichen pflanzlichen Eiweißen wie Lektinen.

Diese pflanzlichen Abwehrstoffe können ohne ausreichende Magensäure nur schwer abgebaut werden und verbleiben im Verdauungstrakt.

Wie können Sie testen, ob Sie zu wenig Magensäure haben? Es gibt einfache Methoden und weiterführende Untersuchungen.

Ergibt der Test einen Mangel, sollten Sie zunächst bestimmte belastende Nahrungsmittel vor allem lektinreiche pflanzliche Eiweiße meiden. Andernfalls bleibt auch die stressbedingte Komponente im Körper erhalten.

Therapeutisch kann ergänzend eine säurehaltige Medikation helfen, die jedoch allein die Ursache den Stress nicht beseitigt. Daher ist ein umfassender Ansatz, der auch Atem- und Entspannungstherapie einschließt, sinnvoll.

Dass Bauchschmerzen direkt nach dem Essen durch einen Magensäuremangel verursacht werden können, ist eindeutig besonders, wenn Nahrungsmittelbestandteile nicht richtig verdaut werden können.

Das gilt auch für Sodbrennen.


Quellen: Brain-gut interaction for holistic regulation Transcutaneous auricular vagus nerve stimulation in modulating glucose and lipid metabolic disorders.

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