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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Gallensäuren im Stuhl sind ein oft übersehener Indikator für Probleme im Verdauungstrakt. Doch wie entstehen diese Gallensäuren, und was sagen sie über unsere Darmgesundheit aus? Im weiteren Verlauf werde ich die Grundlagen und möglichen Ursachen für abweichende Mengen an Gallensäuren im Stuhl erläutern.
In der Natur sind fettlösliche Verbindungen, wie Cholesterin, selten. Heute jedoch leiden viele Menschen, die zu uns in die Praxis kommen, an erhöhten Cholesterinspiegeln. Ihr Körper versucht stets, Fette zu sparen.
Aber bestimmte fettlösliche Substanzen, darunter essentielle Vitamine und Fettsäuren, sind für die Biologie des Menschen unerlässlich. Diese können wir jedoch nicht leicht aufnehmen, da unser Körper hauptsächlich aus Wasser besteht.
Wasser und Fett mischen sich nicht gut, wie Sie sicher wissen, wenn Sie versucht haben, Öl in Wasser zu mischen.
Um diese essentiellen Fette aufzunehmen, greift unser Körper auf Gallensäuren zurück.
Diese werden in der Leber aus Cholesterin gebildet und in der Gallenblase gespeichert. Wenn der Darm Fett erkennt, werden die gespeicherten Gallensäuren freigesetzt, um die Fette zu emulgieren das bedeutet, sie wasserlöslich zu machen, damit sie vom Körper aufgenommen werden können.
Dieser Prozess wird als der enterohepatische Kreislauf bezeichnet. Normalerweise verliert der Körper dadurch kaum Cholesterin.
Doch was passiert, wenn dieser Gallensäurezyklus nicht korrekt funktioniert? Es können verschiedene Szenarien auftreten.
Ein Mangel an Gallensäuren kann zu einer schlechten Fettaufnahme führen, was wiederum zu Vitamin- und Fettsäuremängeln führen kann. Ein häufiges Beispiel ist der Zustand nach einer Magen-Bypass-Operation, bei der der Darm einen Teil des Fetts nicht richtig erkennt und deshalb zu wenig Gallensäuren freigesetzt werden.
Patienten müssen dann lebenslang Vitaminpräparate einnehmen.
Auch eine Entfernung der Gallenblase beeinträchtigt die Gallensäuresekretion. Betroffene Patienten können Fett nur in kleinen Mengen verzehren, sonst leiden sie an Verdauungsproblemen.
Fettstühle sind eine typische Folge einer dysfunktionalen Fettverdauung.
Interessanterweise können zu viele Gallensäuren ebenfalls problematisch sein. Ein übermäßiger Gallensäuren-Anteil kann die Folge einer Fehlbesiedelung des Darms sein, bei der bestimmte Bakterien Gallensäuren produzieren.
Diese Fehlbesiedelung, oft als Dysbiose bezeichnet, bedarf einer Behandlung, da sie langfristig toxische Wirkungen auf die Darmschleimhaut haben kann.
Um die Gesundheit der Darmflora zu fördern und Gallensäuren-Störungen zu korrigieren, empfehle ich eine ballaststoffreiche Ernährung und gegebenenfalls eine lektinfreie, antientzündliche Diät.
Ballaststoffe helfen dabei, überschüssige Gallensäuren zu binden und auszuscheiden. Empfohlen sind 30 bis 35 Gramm Ballaststoffe pro Tag.
Zusammengefasst ist es wichtig, Gallensäuren im Stuhl regelmäßig zu überprüfen, insbesondere wenn Symptome wie chronischer Durchfall oder Fettstühle vorliegen.
Eine angepasste Ernährung und eventuell Nahrungsergänzungsmittel können bei den meisten Betroffenen erhebliche Verbesserungen erzielen.