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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Leinsamen werden oft als wunderbares Superfood gepriesen, das zahlreiche Gesundheitsvorteile bringen soll. Von Autoren und Ernährungsexperten wird die Einnahme von geschroteten Leinsamen wegen ihres Gehalts an Omega-3-Fettsäuren und als Ballaststoffquelle empfohlen.
Doch ist es wirklich so einfach?
Und hier kommt eine wichtige Erkenntnis ins Spiel: Unser Körper benötigt zwar Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, aber das Gleichgewicht und die Menge sind entscheidend.
Ein Zuviel kann tatsächlich mehr Schaden als Nutzen für unsere Gesundheit bedeuten. Omega-Fettsäuren neigen dazu, in unserem Körper zu oxidieren. Dieser Prozess kann Entzündungsprozesse begünstigen und langfristig das Risiko für verschiedene chronische Krankheiten erhöhen.
Während Leinöl bei richtiger Lagerung im Kühlschrank seine Frische bewahren kann, verändert sich die Situation dramatisch, sobald diese Fettsäuren unseren Körper mit seiner konstanten Temperatur von etwa 36,5 Grad erreichen.
In dieser Umgebung können sie schnell oxidieren und potenziell zur Entstehung von Entzündungen beitragen.
Hinzu kommt, dass der menschliche Körper Omega-Fettsäuren nicht einfach ungenutzt wieder ausscheidet.
Er speichert sie und verwendet sie nur in geringen Mengen. Doch die Mengen in Leinsamen und Leinöl können die benötigte Tagesdosis um ein Vielfaches übersteigen und bleiben so für Jahre im Körper.
Dieser Überschuss kann langfristige gesundheitliche Folgen haben.
Bedenken gibt es auch beim Verzehr von geschroteten Leinsamen. Obwohl diese am Tag des Verzehrs nicht ranzig sind, kann ihr Gehalt an Omega-Fettsäuren im Körper über die Zeit oxidieren.
Dies gilt ebenso für Leinmehl, das oft in sogenannten Low-Carb-Rezepten als Zutat zu finden ist. Trotz seiner Vorteile empfiehlt Dr. Gersch, auf diese Produkte zu verzichten, um einer Belastung durch oxidierte Fettsäuren vorzubeugen.
Die einzige Ausnahme bildet der Konsum von ganzen, unzerstörten Leinsamen. Wenn diese vollständig und unverändert gegessen und wieder ausgeschieden werden, können sie ohne negative Auswirkungen auf den Körper als Mittel gegen Verstopfung dienen.
Sobald die Samen jedoch aufgebrochen werden, sei es durch Mahlen, Kauen oder Schroten, beginnt der Prozess der Fettsäureoxidation und sollte daher vermieden werden.
Die Diskussion um Leinsamen zeigt, wie wichtig es ist, die empfohlene Aufnahme von Nährstoffen nicht nur zu erreichen, sondern auch nicht zu überschreiten.
Eine ausgewogene Ernährung, die das richtige Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren beachtet, ist entscheidend für langfristige Gesundheit und Wohlbefinden.