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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei

Eisenhaltige Ernährung bei Krebs und entzündlichen Erkrankungen.

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

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Eisenmangel bei Krebs und entzündlichen Erkrankungen

Ein niedriger Eisenspiegel ist etwas, was viele Menschen betrifft. Und gerade bei chronischen Erkrankungen stellt sich oft die Frage, wie sinnvoll eine Eisenzufuhr ist.

Das gilt bei einer bösartigen Erkrankung ebenso wie bei chronischen Infektionen oder entzündlichen Prozessen im Magen-Darm-Bereich.

Warum Eisen so wichtig ist

Eisen ist für den menschlichen Körper essenziell.

Das Immunsystem braucht es. Das Knochenmark braucht es. Auch das Gewebe selbst ist auf eine ausreichende Versorgung angewiesen. Und für eine ordentliche Schilddrüsenfunktion spielt Eisen ebenfalls eine Rolle, weil die Schilddrüsenhormone nur dann richtig umgewandelt werden können, wenn im Stoffwechsel genügend Eisen verfügbar ist.

Gleichzeitig ist Eisen aber nicht nur für den Menschen wichtig. Auch viele Bakterien benötigen Eisen. Und auch Tumorzellen profitieren von einem guten Nährstoffangebot. Genau deshalb wird das Thema Eisen bei Krebs und entzündlichen Erkrankungen so häufig diskutiert.

Ursache des Eisenmangels zuerst klären

Wenn Sie einen Eisenmangel feststellen, müssen Sie immer die Ursache kennen. Das ist der erste und wichtigste Schritt. Sollte irgendwo Eisen verloren gehen, zum Beispiel über den Magen-Darm-Trakt, dann muss das unbedingt erkannt werden.

Bei einem Eisenmangel unklarer Herkunft wird man in der Praxis deshalb häufig einen Stuhltest veranlassen, um nach unsichtbarem Blut zu suchen. Denn eine Blutung kann unbemerkt bleiben und trotzdem über längere Zeit zu einem relevanten Eisenverlust führen.

Das sollte man im Hinterkopf haben.

Und wenn die Eisenversorgung nicht gut ist, liegt die Ursache häufig auf der Magen-Darm-Ebene. Eine Entzündlichkeit im Darm kann dazu führen, dass Eisen schlechter aufgenommen wird.

Je mehr Entzündung vorliegt, desto schlechter werden solche Mikronährstoffe aufgenommen.

Entzündung, Ferritin und Eisenverteilung

Der Körper reagiert auf Entzündung auf eine sehr kluge Weise.

Er schiebt Eisen aus dem Kreislauf in den Speicher Ferritin. Dadurch sieht man manchmal falsch hohe Ferritinwerte. Das ist ein wichtiger Punkt, denn ein erhöhter Ferritinwert bedeutet nicht automatisch, dass ausreichend nutzbares Eisen vorhanden ist.

Diese Reaktion hat einen Sinn. Denn wenn weniger freies Eisen im Kreislauf ist, kommt das Knochenmark nicht so gut daran, aber auch Bakterien werden in ihrer Vermehrung gebremst. Der Körper versucht also, Eisen zu binden und zu verstecken, wenn Entzündung wahrgenommen wird.

Können Krebszellen oder Infektionen durch Eisen stärker wachsen?

Diese Frage wird häufig gestellt. Die Vermutung ist naheliegend: Wenn man Krebszellen oder bakterielle Erreger gut mit Eisen versorgt, könnten sie dann stärker wachsen? In gewisser Weise ist diese Überlegung verständlich.

Eisen ist schließlich ein wichtiger Nährstoff.

Und trotzdem ist die Situation in der Regel komplexer. Der menschliche Körper lässt sich nicht einfach so steuern, dass man eine Krankheit durch Knappheit an Eisen zuverlässig aushungert.

Das funktioniert meist nicht. Denn verzehrende entzündliche Erkrankungen und bösartige Erkrankungen ziehen dem Körper selbst Nährstoffe ab. Sie sind nicht passiv, sondern verbrauchen Ressourcen.

Eine Krebszelle verhält sich dabei nicht wie eine normale Körperzelle. Sie folgt nicht den Regeln des Organismus. Sie lebt sehr eigenständig und hat einen eigenen Stoffwechselbedarf.

Und wenn der Körper ohnehin schon durch eine Erkrankung auszehrt, sinken viele Nährstoffe ab. Das betrifft nicht nur Eisen, sondern auch andere Mikronährstoffe.

Eiseninfusionen: Nutzen und Grenzen

Ich bin kein Freund von Eiseninfusionen, außer in ganz bestimmten Situationen.

Das muss man klar sagen. Eine Eiseninfusion bringt Eisen schnell in den Kreislauf. Und genau darin liegt auch das Problem. Wenn irgendwo eine aktive bakterielle Besiedelung oder eine bösartige Zellpopulation vorhanden ist, dann kann das zusätzliche Eisen unter Umständen genutzt werden.

Deshalb ist eine langsame, gut überlegte Vorgehensweise oft sinnvoller als ein schnelles Auffüllen. Und trotzdem gilt: Wenn die Nachteile des Nichtbehandelns überwiegen, kann eine Infusion im Einzelfall richtig sein.

Es gibt Situationen, in denen man als „rztin oder Arzt mit dem Rücken zur Wand steht. Eine hochschwangere Frau mit sehr niedrigen Eisenwerten ist ein Beispiel. Wenn klar ist, dass unter der Entbindung viel Blut verloren gehen wird, kann eine Eiseninfusion helfen, eine Bluttransfusion zu vermeiden.

Dann hat sie einen praktischen Stellenwert.

Aber ansonsten haben Eiseninfusionen auch eine relevante Allergierate. Gerade wenn jemand bereits krank ist, sollte man dieses Risiko nicht ohne Not eingehen.

Und darüber hinaus ist eine Infusion keine nachhaltige Lösung. Ziel sollte immer sein, Eisen über Wege zuzuführen, die langfristig funktionieren.

Wie kann Eisen besser aufgenommen werden?

Rotes Fleisch ist nicht die einzige Eisenquelle.

Das wird oft übersehen. Auch pflanzliches Eisen zählt, allerdings wird es deutlich schlechter aufgenommen. Daher braucht man davon meist mehr. Und man sollte sich genau damit beschäftigen, was die Eisenaufnahme bremst.

Kaffee, schwarzer Tee und grüner Tee können die Aufnahme hemmen. Auch andere Mineralien wie Calcium oder Magnesium können die Eisenaufnahme bremsen. Das ist in der Praxis wichtig.

Denn manchmal liegt das Problem nicht an der Zufuhr allein, sondern an der Aufnahme.

Und es gibt auch Möglichkeiten, Eisen über die Nahrung oder über Anreicherung besser verfügbar zu machen.

Kochgeschirr aus Eisen oder spezielle Eisenpfannen können dazu beitragen, dass etwas mehr Eisen aufgenommen wird. Solche Maßnahmen sind oft sinnvoller als ein wiederholtes Zuführen per Infusion.

Individuelle Abwägung bei onkologischen Erkrankungen

Wenn eine onkologische Erkrankung vorliegt, sollte man die Situation individuell beurteilen. Gegebenenfalls ist auch eine zweite hämatologische oder onkologische Meinung sinnvoll.

Das kann helfen, die Ursache des Eisenmangels besser einzuordnen und die richtige Therapie zu wählen.

Gerade bei potenziell metastasierenden Erkrankungen sollte man an einen unerkannten Eisenverlust denken.

Auch ein echter Eisenmangel mit erniedrigtem Hämoglobin sollte nicht unbehandelt bleiben. Hier geht es nicht um Pauschallösungen, sondern um eine sorgfältige Abwägung.

Die Sorge, dass man durch mehr Eisenzufuhr eine bakterielle oder bösartige Erkrankung pauschal füttert, ist nicht stark genug, um grundsätzlich auf eine Behandlung zu verzichten.

Es kommt immer auf den Einzelfall an. Und am Ende wird man sich eher selbst aushungern, als einen solchen Krankheitsprozess zuverlässig auszuhungern.

Es gibt wenige Dinge, die man im Körper sinnvoll aushungern kann.

Eine Hefepilzbesiedelung ist ein Beispiel, wenn man Zucker reduziert. Aber bei Eisen ist das anders. Eisen ist für den Körper selbst zu wichtig. Deshalb sollte man nicht vorschnell auf eine notwendige Versorgung verzichten.

Und wenn Sie einen Eisenmangel haben, dann sollte die Ursache geklärt werden, bevor man nur an die Zufuhr denkt. Denn genau dort liegt oft der Schlüssel für eine sinnvolle und nachhaltige Behandlung.

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Quellen: Recommendations for the management of anemia in patients with cancer and chronic kidney disease a position statement from the American Society of Onconephrology.

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