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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Immer wieder steht die Frage im Raum, ob Eisenpräparate als Retard-Tabletten auch dann die bessere Wahl sind, wenn keine Magenprobleme bestehen.
Viele Menschen nehmen an, dass Retardtabletten magenfreundlicher sind, aber gleichzeitig wird ihre Aufnahme im Körper als weniger effizient eingeschätzt als die von herkömmlichen Tabletten.
Diese Bedenken richten sich häufig auch auf die zusätzlichen Hilfsstoffe, die von den Herstellern in Retard-Tabletten enthalten sein könnten.
Und tatsächlich gilt: Die beste Eisentherapie ist immer noch jene, die ohne den Einsatz eines Eisenpräparats auskommt.
Wenn Sie nur für wenige Tage, etwa während einer Erkältung, ein Medikament mit möglichen Nebenwirkungen einnehmen, ist dies leicht zu überstehen. Doch eine Eisentherapie, wenn Ihre Eisenspeicher wirklich schlecht gefüllt sind, dauert in der Regel mindestens ein Jahr nicht selten auch deutlich länger.
Es gibt viele Menschen, die niemals in ihrem Leben einen optimalen Eisenspiegel hatten. Oft beginnt der Eisenmangel bereits in der Kindheit und setzt sich durch Menstruationsblutungen und Schwangerschaften fort.
Und wenn Sie Ihren Eisenspiegel von einem niedrigen auf einen wirklich guten Wert heben möchten, braucht das Zeit und Geduld. Es ist zudem so, dass der Wert nur dann dauerhaft stabil bleibt, wenn Sie die Ursache des Mangels erkennen und durch Ihren Lebensstil beheben.
Wurde der Spiegel dagegen nur durch Tabletten erhöht, besteht meist weiter ein regelmäßiger Bedarf an Supplementen, etwa während des Menstruationszyklus.
Grundsätzlich sollte der Weg über die Ernährung der bevorzugte sein.
Denn Eisen, das in seiner natürlichen Matrix aufgenommen wird, erzielt bessere Resorptionsraten und ist schonender für den Organismus. Wer sich umfassender informieren möchte, kann in verschiedenen Kursen und Fortbildungsangeboten weiter in die Materie eintauchen.
Und dennoch: Medikamente und Tabletten sind manchmal unverzichtbar. Wenn in der ärztlichen Praxis Retardtabletten eingesetzt werden, ist das oft ein sinnvoller erster Schritt. Denn das übergeordnete Ziel ist, einen guten Eisenspiegel zu erreichen.
Aus der Erfahrung heraus weiß man, dass mit herkömmlichen Eisen-Einzelsubstanzen die Eisenwerte oft nicht so zuverlässig steigen wie mit Retardtabletten, auch wenn bei diesen die Resorption geringer sein kann.
Letztlich wird dies oftmals durch die höhere Dosierung ausgeglichen, da bei einer Einnahme von z.B. 100 mg Retard-Eisen davon ausgegangen wird, dass ohnehin ein Teil nicht verwertet wird.
Eisenpräparate wirken besonders effizient auf nüchternen Magen, wobei Retardtabletten durch die verzögerte Freisetzung diesen Zustand nicht immer nutzen können.
Dennoch lässt sich durch die Anpassung der Dosis häufig ein gutes Ergebnis erzielen, ohne dass die Nebenwirkungen zu stark in den Vordergrund treten. Flüssige Einzelpräparate wie Eisentropfen beispielsweise können bei vergleichbaren Dosen deutlich stärkere Nebenwirkungen hervorrufen.
Hilfsstoffe in Tabletten sind ein weiteres Thema: Auch wenn manchmal zu viele Zusatzstoffe enthalten sein können, sind Retardtabletten oft die praktischste Lösung für den Alltag, gerade wenn andere Wege scheitern.
Gleichzeitig sollte aber immer geprüft werden, ob ein eisenreicher Lebensstil, gegebenenfalls mit gezielten „nderungen in der Ernährung, der nachhaltigere Weg ist. In vielen Fällen ist die Tabletteneinnahme nur so lange erforderlich, wie keine andere Möglichkeit zur Verfügung steht.
Dennoch zeigt die Erfahrung: Nicht immer gelingt der Aufbau eines guten Eisenstatus ohne Präparate. Meistens jedoch haben Retardtabletten ihre Berechtigung vor allem, wenn sie ausreichend lang und konsequent eingenommen werden.
Wer eisenhaltige Alternativen findet, sollte diese durchaus bevorzugen. Entscheidend bleibt, dass der gewählte Weg so gestaltet ist, dass Sie ihn langfristig gut und zuverlässig umsetzen können.