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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Eine zentrale Frage im Zusammenhang mit Morbus Dupuytren ist die Rolle des Darms bei der Entstehung dieser Erkrankung. Es ist bekannt, dass TNF-Alpha, ein Tumornekrosefaktor, eine treibende Kraft hinter Morbus Dupuytren darstellt.
Doch woher kommt die erhöhte TNF-Alpha-Bildung?
Die Antwort liegt häufig in unserem Darm. Der Darm ist von zahlreichen Bakterien besiedelt, und eine gesunde Balance zwischen guten und schlechten Bakterien ist entscheidend.
Insbesondere schädliche Bakterien wie E. coli können eine problematische Rolle spielen. Diese Bakterien tragen auf ihrer Oberfläche Lipopolysaccharide, auch als Endotoxine bekannt, die in geringen Mengen in die Blutbahn gelangen.
Unser Immunsystem verfügt über Toll-Like-Rezeptoren, die Endotoxine automatisch erkennen und binden. Diese Bindung führt zur Ausschüttung von TNF-Alpha. Durch die Messung des Endotoxinspiegels im Blut kann dieser Prozess beobachtet werden.
Routinemäßige Tests zeigen oft, dass dieser Endotoxinwert, obwohl normalerweise sehr gering, bei einigen Patienten um das Mehrfache überschritten ist.
Vermehrte Endotoxinspiegel korrelieren meist mit hohen TNF-Alpha-Spiegeln.
Studien haben gezeigt, dass erhöhte TNF-Alpha-Werte ursächlich mit Morbus Dupuytren verknüpft sind. Daher ist die Senkung des TNF-Alpha-Spiegels durch Reduktion der Endotoxine ein logischer Ansatz.
Es gibt zwei Hauptgründe für hohe Endotoxinspiegel im Blut: eine vergrößerte Bakterienkolonie oder eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand, oft als Leaky-Gut-Syndrom bekannt.
Die vergrößerte Bakterienkolonie kann zu einer höheren Menge an Endotoxinen führen, die in die Blutbahn gelangen. Wesentlich häufiger jedoch ist eine durchlässige Darmwand verantwortlich, die größere Mengen dieser Stoffe ungefiltert in den Blutkreislauf übergehen lässt.
Diese Endotoxine aktivieren das Immunsystem in aggressiver Weise, wodurch mehr TNF-Alpha ausgeschüttet wird. Diese Reaktion entspricht der, die bei einer lebensbedrohlichen Blutstrominfektion auftreten würde.
Dies kann zu einer Verschlimmerung chronischer Erkrankungen wie Morbus Dupuytren führen. Letztlich gilt es, die Durchlässigkeit der Darmwand zu reduzieren, um die Endotoxinmenge in der Blutbahn zu senken.