Logo
Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei

Darf ich Äpfel auf einer lektinfreien Ernährung essen?

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

Video-Transkript

Darf ich Äpfel essen? Grundsätzlich ist es so, dass die Lektine, die problematisch für unseren menschlichen Körper sind, in der Regel in Obst - bis auf wenige Ausnahmen - nicht enthalten sind.

Auch nicht in Äpfeln. Allerdings hat das nur mit reifem Obst zu tun, denn Sie müssen sich vorstellen, es ist ja diese Grundidee:

Jedes Lebewesen auf der Welt möchte gerne überleben und möchte gerne für seine Nachkommen sorgen.

Das ist der Hauptgrund dafür, dass Lektine für uns unverträglich sind. Eine Tomate zum Beispiel, die jetzt von der Tomaten-Mutter-Pflanze auf den Boden abgelegt wird neben ihr, möchte nicht verzehrt werden.

Weil, da sollen die Babys der Tomate, also neue Tomaten, draus werden. Das heißt, die Hülle und die Kerne haben die Lektine enthalten. Beim Apfel ist es aber so,

dass der Apfel gerne gegessen werden will und die Samen dann im Bauch von dem Tier, das den Apfel gegessen hat, an einen anderen Ort reisen wollen und dort frisch gedüngt ausgeschieden werden möchten, um einen neuen Apfelbaum wachsen zu lassen.

Voraussetzung dafür, dass es aber klappt, ist: Diese Samen müssen bereits so weit sein, dass der Apfelbaum daraus wachsen kann. Das heißt, ein unreifer Apfel möchte nicht gegessen werden.

Es gibt viele Früchte, die im unreifen Zustand ein Lektin haben, das sie im Laufe der Zeit abbauen werden, wenn sie reifen. Und das ist etwas, das ist ganz tief biologisch in uns drin. Das kann man nämlich daran sehen, dass Lebewesen, die Pflanzen essen können, die zum Beispiel Obst essen können, haben eine Farbsicht, wohingegen reine Fleischfresser eine Schwarz-Weiß-Sicht haben.

Die müssen nämlich keine Farbe sehen können.

Ein reines Raubtier, ein Wolf zum Beispiel, oder aber auch ein Hund, kann in der Regel keine Farben unterscheiden. Braucht er auch nicht, er kann nur Grautöne unterscheiden.

Wohingegen wir in der Lage sein müssen, zu gucken, ist das ein gelber, ein roter Apfel oder ist es noch ein grüner Apfel?

Wir haben jetzt, wo ich das Video aufnehme, gerade Mitte Mai.

Wenn ich jetzt zu einem Apfelbaum gehe, würden da so ganz kleine Knospen, grüne Äpfel, dranhängen. Wenn ich diese jetzt essen würde, und ich würde zu viele essen, werde ich mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit Durchfall bekommen, weil da sind Lektine drin, die Durchfälle verursachen.

Aber wenn ich jetzt warte, bis dieser Apfel reif ist, bis ich den irgendwie im September locker von einem Stämmchen abpflücken kann, dann ist der lektinfrei geworden, weil die Pflanze diese Lektine wieder abgebaut hat.

Ein Problem heutzutage ist, dass ich ganz häufig Obst kaufen kann, das eigentlich unreif ist und unreif geerntet wurde. Und jetzt durch künstliche Verfahren zu einem reifen Obst gemacht wurde, durch zum Beispiel irgendeine Garatmosphäre im Lagerhaus, wo ein bestimmtes Gas eingeleitet wird.

Oder auf dem Schiff, wo das transportiert wird.

Will heißen, normalerweise ist die Empfehlung: Essen Sie am besten Obst, das saisonal aus Ihrer Region kommt! Dann sind Sie auf der ganz sicheren Seite.

Ansonsten muss ich theoretisch hoffen, dass wenn ich zum Beispiel bei meinem lokalen Biohof meine Äpfel kaufe, dann kann ich mit denen sprechen, ich kann fragen: Ist das Obst, welches ihr zukauft oder ist das Obst, welches aus eurer Lagerhalle kommt, was ihr jetzt über den Winter gelagert habt? Das Obst, welches ich im Herbst gepflückt habe, und über den Winter gelagert habe, ist weiterhin in Ordnung.

Aber wenn die jetzt sagen, das Obst ist ganz frisch geerntet, das ist vor vier Wochen gepflückt worden, in welchem Land auch immer, dann muss ich ein bisschen darüber nachdenken: Ist das tatsächlich reifes Obst - ja oder nein? Und ein ganz klassisches Beispiel können Sie sehen, wenn Sie Blaubeeren kaufen.

Blaubeeren haben in der Regel - zum Glück - kein Lektin, auch im unreifen Zustand nicht, weswegen ich auch unreife Blaubeeren essen kann.

Aber Sie sehen, wenn ich im Sommer von meinem Blaubeerstrauch, falls die Vögel es nicht geschafft haben schneller zu sein als ich, eine Blaubeere pflücke und ich diese aufmache, dann ist die innen wirklich richtig tief dunkel.

Wenn ich in den Supermarkt gehe und ich kaufe mir argentinische Bio-Blaubeeren und schneide diese auf, dann wird die innen drin weiß sein, weil die halt eben nicht reif ist, sondern sie ist unreif gepflückt und in einer Reife-Atmosphäre gereift worden.

Und da wäre es, wenn ich so was hatte, sicher die bessere Wahl tiefgefrorene Blaubeeren, die damals in der Saison geerntet wurden, zu kaufen. Wenn Sie diese Blaubeeren auftauen, das gibt zwar etwas Blaubeersipsch, aber Sie sehen es ist richtig blau! Auch wenn ich diese aufschneide, es ist das Fruchtfleisch blau, weil es tatsächlich reife und gute Früchte sind.

Und das wäre so das Mindset, welches ich haben sollte zu Obst.

Aber grundsätzlich ist es so, wenn Sie die Frage stellen: Darf ich „pfel essen? Ja oder nein? Bin ich im Großen und Ganzen erstmal für ja.

Denken Sie aber daran, Äpfel haben Fruchtzucker, also Fruktose drin, und wir Menschen sind nicht sehr gut dafür gemacht, viel Fruktose aufzunehmen. Eine kleine Menge ist nicht das Problem, ein Apfel hat vielleicht 6-8 Gramm, damit komme ich durchaus zurecht.

Aber wenn ich in den Bereich von deutlich mehr als 40 Gramm Fruktose am Tag komme, überfordere ich meine Leber mit dem Abbau davon und es führt erst einmal zur Leber-Verfettung.

Und wenn ich das regelmäßig mache, führt es zu einer Menge gesundheitlicher Probleme.

Und andererseits ist es so, dass hohe Mengen Fruktose, die ich aufnehme, eine Gewichtszunahme triggern, weil mein Körper plötzlich glaubt: Oh, es ist es Herbst und ich muss mir jetzt eine Fettschicht für den Winter zulegen.

Das ist auch ein biologischer Prozess, den alle Tiere, die Winterschlaf halten, brauchen, um den Winter überleben müssen. Die Tiere müssen nämlich innerhalb der Obstsaison, die nur wenige Wochen dauert, ein Verfahren haben, das sie so viel Kalorien essen können, dass sie plötzlich einen Winterspeck haben.

Dass ich als Bär offensichtlich einen Zentner mehr habe oder sowas, um durch den Winter zu kommen. Und das geht nur, indem die Fruktose, die ich esse, einen kleinen Shortcut auslöst, der automatisch zur Gewichtszunahme führt.

Das ist für den Bär, der Winterschlaf halten möchte, super, aber für uns alle nicht ideal.

Will heißen, normalerweise sollte ich am Tag am besten unter 40 Gramm Fruchtzucker bleiben.

Ich sollte gucken, dass ich, wenn ich im Blut nachmesse, einen Harnsäurespiegel von unter 5,5 habe, weil Fruchtzucker lässt Harnsäure ansteigen. Wenn der Harnsäurespiegel zu hoch ist, dann wird dementsprechend dieser Mechanismus ausgelöst, oder aber, wenn ich ganz auf Nummer sicher gehen möchte, (unser Körper rechnet nicht in 24 Stunden, der rechnet in kleineren Zeiteinheiten) dann wäre es so, dass ich theoretisch am allerliebsten hingehen würde und für die 40 Gramm 24 Stunden runter breche: Dann wären wir bei zwei Gramm Fruchtzucker pro Stunde, die ich ganz gut essen kann.

Und da würden wir sicher einmal eine Ausnahmen machen, wenn ich jetzt den Apfel esse, aber damit Sie sich das vom Mindset her vorstellen können: Wenn ich jetzt pro Stunde zwei Gramm Fructose verstoffwechseln kann, und ich esse jetzt einen Apfel von 6 bis 7 Gramm, dann habe ich mit dem jetzt erst mal drei Stunden zu tun, bevor ich wieder den nächsten Apfel essen kann.

Wenn ich jetzt Beerenobst habe, was wirklich pro 100 Gramm vielleicht nur vier Gramm Fruktose hat, dann habe ich in der Regel kein echtes Problem. Dann kann ich auch unproblematisch mein Schüsselchen Joghurt, oder was auch immer ich gerne esse, mit 100gr Blaubeeren, 100gr Himbeeren, 100gr Erdbeeren, aufessen.

Aber wenn ich jetzt hingehe und trinke hier, zum Beispiel, ein Glas Apfelsaft, dann muss ich im Hinterkopf haben, dass ich jetzt mir die nächste Zeit sicher erst mal nichts anderes genehmigen kann, weil man Körper einfach beschäftigt mit dem Abbau ist.


Quellen: Response of turkey poults to soybean lectin levels typically encountered in commercial diets. 1. Effect on growth and nutrient digestibility., Cratylia argentea seed lectin a possible defensive protein against plant-eating organisms effects on rat metabolism and gut histology.

© Dr. Gersch Zentrum für funktionelle Langlebigkeitsmedizin, Steinmetzstraße 3, 67655 Kaiserslautern | Tel. 0631 / 34 35 97 38 | Impressum | Datenschutz | Verträge hier kündigen oder widerrufen | Kostenlose Video-Kompaktkurse mit Dr. Gersch | Youtube-Kanäle Autoimmunerkrankungen, Atemtherapie & Langlebigkeitsmedizin | TikTok | Podcast