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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Das erste ist, viele Menschen, insbesondere Menschen mit einer Autoimmunerkrankung, haben chronische Entzündungen. Da gibt es verschiedene Parameter, die wir hier in der Praxis messen, um dies festzustellen.
Wir empfehlen immer, den hochsensitiven CRP-Wert (C-reaktives Protein) bei jedem Patienten zu messen.
Und diejenigen, bei denen wir eine chronische Entzündung vermuten, testen wir zusätzlich auf den Entzündungswert TNF-Alpha (Tumornekrosefaktor-Alpha), der ein sehr guter Marker für chronische Entzündungen ist.
Weitere Spezialwerte wie RANTES (regulated upon activation normal T-cell expressed and secreted) können ebenfalls getestet werden. Auch die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist ein Parameter zur Erkennung von Entzündungen.
Wenn solche Entzündungsmarker positiv sind, suchen wir nach den möglichen Ursachen. Zunächst führen wir einen umfassenden Bluttest durch, um die chronische Entzündung zu quantifizieren.
Wir wählen einen Biomarker, den wir regelmäßig überwachen, und unser Ziel ist es, diese Entzündungswerte auf Null zu senken.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Prüfung des Nährstoffstatus im Blut.
Wir untersuchen, ob genügend Vitamin D, Magnesium, Eisen (inklusive des Ferritinspiegels), Zink, Kupfer und Selen vorhanden sind. Das Vorhandensein von ausreichend Omega-3-Fettsäuren und Eiweiß wird ebenfalls überprüft.
Chronische Entzündungen sind oft mit einem erhöhten Kupfer- und Ferritinspiegel verbunden.
Ebenso wird auf mögliche Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet.
Ein erhöhter Gesamt-IGE-Wert kann auf Allergien hinweisen, die weiter untersucht werden sollten. Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden durch den IgG-Antikörpertest auf ein Panel von typischen Lebensmittelallergenen wie Weizen, Milch, Eier, Senf und Tomaten überprüft.
Der nächste Schritt könnte ein Stuhltest sein, um die Darmgesundheit zu prüfen. Hier werden die Bakterienzusammensetzung, die Verdauungsfunktion und das Vorhandensein von Pilzen oder Parasiten untersucht.
Auch spezifische Entzündungsmarker im Darm wie Zonulin können auf Probleme hinweisen.
Oftmals finden wir bei Patienten mit chronischen Entzündungen eine Unverträglichkeit gegenüber Lektinen.
Durch das Weglassen von schädlichen Lebensmitteln und Lektinen können Entzündungswerte oft deutlich gesenkt werden.
Andere mögliche Quellen für chronische Entzündungen sind wurzelbehandelte Zähne, insbesondere wenn die Wurzelbehandlung nicht optimal durchgeführt wurde, sowie Paradontitis.
Hier kann eine 3D-Röntgenaufnahme des Kiefers beim Zahnarzt entscheidende Hinweise geben. Auch chronisch entzündete Nasennebenhöhlen und Mandeln können eine Rolle spielen.
Schließlich kann auch eine bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms (SIBO) chronische Entzündungen verursachen.
Ein Atemgastest auf Wasserstoff und Methan kann hier Aufschluss geben. Ebenso sollten Pilz- und Parasiteninfektionen, sowohl im Darm als auch auf der Haut, diagnostiziert und behandelt werden.