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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wieso kann Sonneneinstrahlung, also UV-Licht, Lupus, eine spezifische Autoimmunerkrankung, triggern? Zunächst einmal wurde uns normalerweise beigebracht, dass die Sonne gesund für uns ist und dass das Leben auf der Welt letztlich wegen der Sonne existiert.
Interessanterweise gibt es auch Hauterkrankungen, die positiv auf Sonneneinstrahlung reagieren. Bei Lupus-Patienten hingegen kann Sonnenlicht zu einer Verstärkung der Immunreaktion führen.
Wenn man in der Literatur nachliest, sieht man, dass einige Mechanismen einfach zu erklären sind, während andere komplexer sind. Ein Beispiel ist der Sonnenbrand: Jeder Mensch, der zu lange in der Sonne bleibt, bekommt früher oder später Sonnenbrand.
Bei Sonnenbrand wird die Haut rot und entzündet, da UVB-Strahlen DNA-Schäden in den Hautzellen verursachen. Diese Schäden aktivieren Immunzellen in der Haut, die versuchen, die Schäden zu reparieren.
„hnliche, wenn auch geringere, DNA-Schäden können auch bei kürzerem Aufenthalt in der Sonne auftreten.
Studien mit LKW-Fahrern haben gezeigt, dass diejenigen, die auf der linken Seite des Fahrzeugs sitzen und daher einer höheren Sonnenexposition auf der linken Gesichtshälfte ausgesetzt sind, nach 30 Jahren Berufstätigkeit deutliche Unterschiede in der Hautalterung aufweisen.
Dies zeigt, dass normale Sonnenexposition bereits zu einigen DNA-Schäden führt, die wiederum Immunreaktionen auslösen können.
Bei Lupus-Patienten, deren Immunsystem bereits autoimmun reagiert, können durch Sonnenexposition verstärkte Immunantworten ausgelöst werden.
Spezifische Antikörper, sogenannte antinukleäre Antikörper (ANA), reagieren auf Inneres der Zellen. Wenn durch UV-bedingte Zellschäden zahlreiche Zellen absterben und ihr Inneres freigeben, können ANAs aktiviert werden und eine verstärkte Immunreaktion hervorrufen.
Zusätzlich führt UV-Strahlung zu erhöhtem oxidativem Stress, besonders durch Schäden an der mitochondrialen DNA. Diese Schäden reduzieren die Energieproduktion und erhöhen entzündliche Prozesse im Körper, was wiederum mehr Immunzellen anlockt und die entzündliche Kaskade verstärkt.
Carotinoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe können hierbei helfen, indem sie die oxidativen Schäden reduzieren und somit die Immunreaktion abmildern. Menschen mit Lupus sollten daher auf ausreichenden Sonnenschutz achten und gegebenenfalls Maßnahmen zur Reduktion von oxidativem Stress ergreifen.
Es ist jedoch wichtig, dass auch Menschen mit Lupus nicht gänzlich auf Sonnenlicht verzichten, da Vitamin D und andere positive Effekte der Sonne für die Gesundheit wichtig sind. Beobachten Sie den UV-Index und passen Sie Ihren Sonnenschutz entsprechend an.