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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei

Gibt es auch gute Blähungen?

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Video-Transkript

Viele Menschen assoziieren Blähungen sofort mit etwas Negativem. Doch könnten diese auch positive Effekte haben? Diese Frage möchte ich heute näher beleuchten.

Eine Teilnehmerin unserer Sprechstunde berichtete von erhöhten Darmgeräuschen seitdem sie auf eine lektinfreie Ernährung umgestiegen ist.

Sie konsumiert nun vermehrt ballaststoffreiche Lebensmittel wie resistente Stärke, Inulin und Akazienfasern. Diese Ballaststoffe stimulieren die Aktivität des Mikrobioms im Darm, was zur Produktion von Gasen führt.

Um dieses Phänomen zu verstehen, müssen wir einen Blick auf die Entwicklungsbiologie werfen. Tiere, die primär pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, wie beispielsweise Gorillas, fermentieren diese Nahrung durch ihr Mikrobiom.

Dies führt zur Produktion von postbiotischen Gasen, wie Butyrat, die für den Körper gesundheitsfördernd sind. Diese Gase spielen eine wichtige Rolle in der Mikrobiota und können zur Darmschleimhaut und mitochondrialen Gesundheit beitragen.

Die erhöhte Gasproduktion entsteht also durch die Aktivität der Darmbakterien. Dieser Prozess deutet darauf hin, dass Ihr Mikrobiom arbeitet und nützliche Stoffe produziert. Allerdings ist es wichtig zu wissen, welche Art von Bakterien hierbei aktiv sind.

Wenn man eine gestörte oder unausgewogene Darmflora hat, entstehen möglicherweise auch Gase, die nicht gesundheitsfördernd sind.

Produzieren vorwiegend probiotische Bakterien wie Bifidobakterien die Gase, können diese als Zeichen für eine gesunde Darmflora gewertet werden.

Um sicherzustellen, welche Bakterien in Ihrem Darm arbeiten, empfiehlt sich eine Analyse mittels Stuhltest. Hierdurch lässt sich feststellen, welche Arten von Mikroorganismen in Ihrem Darm dominieren und ob die Blähungen auf eine gesunde Weise entstehen.

Werden beispielsweise Ballaststoffe wie Inulin zugeführt, begünstigen diese das Wachstum von Bifidobakterien, jedoch auch von potentiell schädlichen Keimen. Daher ist es ratsam, Ballaststoffe wie Flohsamenschalen oder Akazienfasern zu verwenden, da diese weniger von problematischen Bakterien umgesetzt werden können.

Schließlich ist es wichtig, die Zufuhr von Ballaststoffen langsam zu steigern, um Ihr Mikrobiom schrittweise zu adaptieren. Mit der Zeit werden vegane Gase und andere nützliche Stoffe effizienter produziert und verarbeitet, wodurch weniger Blähungen entstehen.


Quellen:

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