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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem Thema Fructoseintoleranz und suchen nach verträglichen Alternativen zu herkömmlichem Zucker.
Besonders spannend ist für viele die Frage: Kann Allulose bei Fructoseintoleranz verwendet werden?
Wenn Sie an einer Fructoseintoleranz leiden, ist es entscheidend, darauf zu achten, welche Zuckerarten Ihr Körper verträgt.
Dabei unterscheiden wir zwischen einer erworbenen Fructoseintoleranz, die oft im Laufe des Lebens auftritt, und einer seltenen angeborenen Form. Während Letztere auch bei kleinsten Mengen kritisch reagieren kann, handelt es sich bei den meisten Erwachsenen um die erworbene Form, die meist durch bakterielle Fehlbesiedlung und entzündliche Prozesse im Dünndarm ausgelöst wird.
Oft bemerken Betroffene, dass sie in jungen Jahren Fructose problemlos vertragen haben und erst mit der Zeit Beschwerden wie Blähungen und Magen-Darm-Probleme entwickeln. Hierbei fermentieren Bakterien im oberen Dünndarm die Fructose, wodurch unangenehme Beschwerden und eine mögliche Überdehnung der Darmwand entstehen.
Dies kann auf Dauer zu Mikroeinrissen führen, was wiederum ein Leaky-Gut-Syndrom begünstigt.
Für Menschen mit Fructoseintoleranz ist die Menge entscheidend. Kleine Spuren Fructose werden vielfach gut vertragen, größere Mengen können aber zu Beschwerden führen.
Deshalb wird oft auf fructosearme oder fructosefreie Zuckeralternativen zurückgegriffen, wie zum Beispiel Glukosesirup. Dieser belastet jedoch den Blutzucker stark und ist daher nicht immer die beste Wahl.
Allulose stellt hierbei eine interessante Alternative dar. Es handelt sich um einen natürlich vorkommenden Zucker, der auch in einigen Früchten wie Kiwis oder Weintrauben enthalten ist.
Diese sind für Menschen mit Fructoseintoleranz aber meist tabu. Im Handel erhältliche Allulose wird industriell durch Fermentation aus Zuckerrüben oder Mais gewonnen. Zunächst entsteht dabei Fructose, die anschließend in Allulose umgewandelt wird.
Ein entscheidender Vorteil: Die Bakterien, die für die Beschwerden bei Fructoseintoleranz verantwortlich sind, können Allulose nicht verwerten.
Daher ist Allulose in der Regel gut verträglich bei Fructoseintoleranz.
Es können zwar Spuren von Fructose in der Allulose enthalten sein, jedoch sind diese meist so gering, dass keine Beschwerden auftreten. Hinzu kommt, dass Allulose eine präbiotische Wirkung haben kann und somit die Darmflora günstig beeinflusst.
Zu beachten ist allerdings, dass Fructoseintoleranz ein Sammelbegriff für unterschiedliche bakterielle Fehlbesiedlungen und Verdauungsprobleme ist. In sehr seltenen Fällen kann es auch bei Allulose zu ähnlichen Beschwerden kommen wie bei Fructose.
Sollte dies der Fall sein, sehen Sie Blähungen bitte stets als Warnsignal und prüfen Sie weitere unverträgliche Kohlenhydrate in Ihrer Ernährung.
Derzeit ist Allulose in der Europäischen Union noch nicht als Lebensmittel zugelassen.
Sie können Allulose jedoch etwa in den USA kaufen und nach Deutschland importieren. Es bleibt zu hoffen, dass eine Zulassung auch hier bald erfolgt.
Für die meisten Betroffenen mit einer klassischen Fructoseintoleranz bietet Allulose eine geeignete, blutzuckerschonende und in der Anwendung sichere Alternative zum herkömmlichen Zucker.