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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Alkohol ist grundsätzlich als schädlich bekannt, aber er kann auch positive Wirkungen auf den Menschen haben.
Es stellt sich die Frage: Ist es sinnvoll, Alkohol zu konsumieren und wenn ja, in welcher Menge? Diese Frage ist besonders relevant, wenn man überlegt, wie fürsorglicher Alkoholkonsum aussieht und wie viel zu viel oder zu wenig sein könnte.
Was sollte man tun, wenn man doch einmal zu viel trinkt und was bei Magen-Darm-Problemen?
Auf der einen Seite hat Alkohol verschiedene positive Wirkungen. Man kann viel darüber philosophieren, welche das sind und woher sie kommen.
Ein Blick in das Patientenhandbuch verrät, dass es ein ganzes Kapitel über Alkohol gibt, das seine Vor- und Nachteile beschreibt. Der wichtigste Punkt ist, dass Alkohol eine U-förmige Nutzen-Risiko-Kurve aufweist.
Trinken Sie zu viel, steigt Ihre Sterblichkeit, trinken Sie gar nicht, ist Ihre Gesamtsterblichkeit leicht höher als bei einem maßvollen Konsum von etwa 20 Gramm Alkohol pro Tag. Dieses Paradoxon verdeutlicht, dass Alkohol durchaus Zellgifte enthält, die sowohl schädlich als auch nützlich sein können.
Ein Beispiel: Händedesinfektionsmittel besteht aus Alkohol und desinfiziert, indem es Viren und Bakterien zerstört. Das zeigt, dass hochprozentiger Alkohol bei regelmäßiger Anwendung auf Schleimhäute das Risiko für Krebs erhöht.
Dennoch kann gemäßigter Alkoholkonsum positive Effekte haben. Es ist entscheidend, ob der Alkohol verdünnt wird oder unverdünnt konsumiert wird. Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme besteht darin, nach dem Genuss alkoholhaltiger Getränke Wasser zu trinken, um den Alkohol im Magen zu verdünnen.
Eine klügere Art des Konsums kann beispielsweise die Weinschorle sein, womit die gleiche Menge Alkohol aufgenommen wird wie bei hochprozentigen Getränken, jedoch mit einem geringeren Risiko für Schleimhautschäden.
Alkohol kann jedoch die Schleimhäute schädigen und insbesondere bei entzündetem Darm die Heilung behindern. Ein Blick auf die positiven Inhaltsstoffe im Alkohol zeigt, dass fermentierte Getränke wie Wein und Champagner Vorteile haben.
In Champagner sind Reifekulturen enthalten, die sich positiv auf die Darmflora auswirken können ähnlich wie Probiotika.
Weintrauben enthalten Polyphenole, die farbgebende Bestandteile sind und eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben.
Diese könnten auch von anderen Früchten kommen, doch ein Glas Wein kann eine adäquate Aufnahme dieser Polyphenole bieten. Das gilt ebenso für gereifte Spirituosen, deren dunkle Farbe aus dem Holzfass und nicht aus dem Alkohol selbst stammt; auch hier finden sich gesundheitsfördernde Polyphenole.
Wenn man keinen Alkohol zu sich nimmt, hat man keine schädlichen Wirkungen aufgrund des Alkohols, verpasst jedoch auch die positiven Bestandteile. Erst durch größere Mengen entstehen nennenswerte Risiken.
Eine weitere Theorie besagt, dass Alkohol die Blutgefäße weitet, was kurzfristig eine wärmende Wirkung hat, jedoch langfristig mehr schadet als nutzt. Insbesondere bei kalten Temperaturen ist Vorsicht geboten, da das Risiko eines Herzinfarkts steigen kann.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Alkohol das gängigste Rauschmittel ist. Die Herausforderung besteht darin, den Genuss zu balancieren, um die positiven Effekte zu nutzen und die negativen zu minimieren.
Wenn der Alkoholkonsum dennoch stattfindet, könnte medizinische Kohle eingesetzt werden, um die Aufnahme von Alkohol in den Körper zu reduzieren. Allerdings bindet sie auch andere Nährstoffe, Medikamente und positive Inhaltsstoffe, sodass dieser Trick nur für spezielle Anlässe wie Silvester empfohlen wird.