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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Viele Menschen bemerken im Verlauf ihres Lebens, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Beschwerden an der Wirbelsäule, insbesondere an Lenden- (LWS) und Brustwirbelsäule (BWS), und Störungen im Verdauungstrakt gibt.
Die Beobachtung, dass Nacken- oder Rückenschmerzen zum Teil gemeinsam mit anderen Symptomen wie Lebensmittelunverträglichkeiten, Allergien oder wiederkehrenden Magenproblemen auftreten, ist kein Zufall.
Ihr Körper agiert als Einheit. Prozesse in einem Bereich bleiben selten ohne Folgen für andere Organsysteme. Wenn Ihr Körper fortwährender Entzündung ausgesetzt ist, wie es bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder einem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom der Fall sein kann, entstehen Belastungen, die sich systemisch auswirken.
Insbesondere die dabei entstehenden IgG-Antikörper und entzündlichen Reaktionen führen dazu, dass das Immunsystem dauerhaft aktiviert bleibt.
Ursprünglich ist Ihr Immunsystem darauf ausgelegt, akute Entzündungen rasch zu bekämpfen.
Solche akuten Situationen, wie sie etwa nach kleinen Verletzungen auftreten, können den Körper kurzfristig herausfordern, werden danach aber wieder aufgelöst. Doch chronische, täglich vorhandene Entzündungen führen zu einer beständigen Aktivierung Ihres Stresssystems.
Und genau dieser Zustand kann Verspannungen fördern, Fehlhaltungen provozieren und auf lange Sicht zu Rückenschmerzen beitragen. Sie können das sogar an sich selbst beobachten: Schmerzen leiten intuitiv dazu an, andere Haltungen einzunehmen, was wiederum Muskelverspannungen und weitere Beschwerden begünstigt.
Häufig wird schon im Kindesalter gelernt, Beschwerden auszuhaltenÜ und sprichwörtlich die Zähne zusammenzubeißen. Auch dies begünstigt Verkrampfungen der Kau- und Nackenmuskulatur, was wiederum zu einer Kettenreaktion von Verspannungen entlang der gesamten Wirbelsäule führen kann ein klassischer Weg, wie chronische Rückenbeschwerden entstehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Ihr Körper benötigt für die Bewältigung von Entzündungen viel Energie und allerlei Eiweißstrukturen. In der Folge werden Enzyme wie die Metalloproteasen aktiviert.
Diese Enzyme bauen Eiweiß ab auch in Geweben, die für die Stabilität wichtig sind, wie der Knorpel in Gelenken oder die Bandscheiben. Das kann auf Dauer zu Schäden führen, die das Risiko für Beschwerden an LWS oder BWS erhöhen.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Patienten berichten, dass ihre Rücken- und Gelenkschmerzen nach einer Umstellung auf eine lektinarme oder -freie Ernährung deutlich nachlassen.
Lektine, bestimmte Pflanzenstoffe, können zusätzlich direkt auf Gelenkstrukturen wirken und diese angreifen.
Auch der Verdacht, dass Lektine entzündliche Prozesse im Körper triggern und Autoimmun-Reaktionen fördern, wird zunehmend durch Studien belegt.
Und damit zeigt sich: Die Wechselwirkungen zwischen Darm, Immunsystem und dem Bewegungsapparat sind umfassender als oft vermutet.
Eine dauerhafte Entzündung etwa bei Leaky Gut, chronischer Magenentzündung oder Lebensmittelunverträglichkeiten kann also nicht nur den Verdauungstrakt belasten, sondern auch Symptome wie Rückenschmerzen und Verspannungen in der Lenden- und Brustwirbelsäule hervorrufen oder verstärken.