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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Lektinfrei
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Wenn Sie Massezuwachs ganzheitlich fördern möchten, reicht es nicht aus, nur auf Kalorien zu schauen. Entscheidend sind auch die Qualität der Makronährstoffe, das Krafttraining und die individuelle Stoffwechsellage.
Gerade bei Untergewicht oder bei dem Wunsch nach mehr Muskelmasse ist es sinnvoll, Ernährung und Training gemeinsam zu betrachten.
Ein wichtiger Baustein ist die adäquate Dosierung von Makronährstoffen.
Und wenn Sie gezielt Masse aufbauen wollen, spielt Energiezufuhr eine zentrale Rolle. Besonders im Zusammenhang mit Krafttraining kann der Körper zusätzliche Energie gut für den Aufbau von Muskelmasse nutzen.
Dabei geht es nicht nur um möglichst viel Nahrung, sondern um eine durchdachte Zusammensetzung.
Bei einer eher fettbasierten Ernährung werden oft Olivenöl, Avocado, MCT-Fette, Kakaobutter oder Käse verwendet.
Solche Fette können die Energiezufuhr erhöhen. Gleichzeitig muss man aufmerksam bleiben, wenn Fettwerte oder Leberwerte ansteigen. Dann ist es nicht sinnvoll, nur stur weiterzumachen. Vielmehr sollte man prüfen, was der Körper tatsächlich braucht und was er verträgt.
Ein erhöhter Cholesterinwert ist für sich allein nicht immer das entscheidende Problem. Wichtiger ist, wie die Begleitumstände aussehen. Niedrige Entzündungswerte, kein Bluthochdruck, kein hoher Insulinspiegel und keine weiteren Hinweise auf Gefäßrisiken sprechen für eine andere Einordnung als bei einem ungünstigen Stoffwechselmilieu.
Mein Zielparameter ist deshalb nicht einfach das Gesamtcholesterin. Mein Zielparameter ist: Wie geht es einer Person?
Und genau dafür braucht es Funktionstests. Es kann sinnvoll sein, genauer zu prüfen, welche Form von Cholesterin vorliegt, wie viel davon oxidiert ist und ob weitere Risikofaktoren bestehen.
Auch mit bildgebenden Verfahren kann man abschätzen, wie sich Gefäßveränderungen über die Zeit entwickeln. In der Praxis denkt man hier nicht nur in Monaten, sondern in Jahren und oft in Dekaden.
Wenn Leberwerte verschlechtert sind, sollte man genauer hinschauen. Das spricht dafür, dass im Leberstoffwechsel oder im Entgiftungssystem etwas nicht optimal läuft. Das muss nicht zwingend nur mit Fett zu tun haben.
Es kann auch an anderen Belastungen liegen. Und wenn die Ernährung sehr fettreich ist, lohnt sich die Frage, ob Stoffwechselprodukte, Toxine oder andere Faktoren eine Rolle spielen. Das lässt sich nicht immer sofort eindeutig beantworten, aber man kann gezielt optimieren.
Die Leber braucht viele Antioxidantien, damit sie gut funktioniert. Wenn mehr Cholesterin und mehr Stoffwechselarbeit anfallen, kann auch der Verbrauch an Antioxidantien steigen. Deshalb kann es sinnvoll sein, antioxidative Parameter im Blut zu prüfen und zu überlegen, ob ein Mangel vorliegt.
Ziel ist eine stabile Leberfunktion und möglichst gute Laborwerte.
Wahrscheinlich können gesättigte Fette teilweise durch einfach ungesättigte Fette ersetzt werden. Das senkt bei vielen Menschen die Cholesterinwerte ein Stück weit.
Doch die entscheidende Frage ist, ob das im individuellen Fall auch einen echten Vorteil bringt. Nicht jede Laborveränderung bedeutet automatisch eine bessere Gesundheit. Deshalb sind Verlauf, Funktion und Beschwerden wichtiger als einzelne Zahlen.
Wenn Sie zusätzlich Energie zuführen möchten, ohne den Stoffwechsel unnötig stark zu belasten, kann MCT-Fett eine Option sein. Es wird anders verstoffwechselt als viele andere Fette.
Auch die Polyphenole aus Olivenöl sind interessant, weil sie antioxidativ wirken können. Gerade in einer Situation mit hohem oxidativem Stress sind solche Bestandteile häufig hilfreich.
Trotzdem sollte man auch hier individuell prüfen, was sich wirklich günstig auswirkt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist Cholin. Diese Substanz braucht die Leber tatsächlich. Sie kann aus Lecithinen aus Ei stammen oder aus anderen Quellen.
Viele Menschen sind mit Cholin oder Lecithin nicht ausreichend versorgt. Das kann zu eher unauffälligen, aber relevanten Leberfunktionsstörungen beitragen. Besonders bei vegetarischer Ernährung lohnt es sich deshalb, die Versorgung genauer anzuschauen.
Und wenn Sie Masse aufbauen und gleichzeitig Krafttraining machen, sollten Sie auch an zusätzliche Kohlenhydrate denken. Der Masseaufbau hat viel mit Insulin zu tun. Reis wird im Bodybuilding nicht ohne Grund oft verwendet.
Er liefert Energie und setzt einen deutlichen Insulinreiz. Das ist für den Muskelaufbau nützlich, auch wenn es aus Sicht der Langlebigkeit nicht immer ideal ist.
Sie wollen keine massiven Blutzuckerspitzen, wenn Sie langfristig gesund bleiben möchten.
Wenn Sie aber Muskelaufbau anstreben, brauchen Sie dennoch ein Signal für die Muskulatur. Hier liegt die Kunst darin, ein Kohlenhydrat zu finden, das nicht zu stark ansteigt, aber ausreichend Reiz und Energie liefert.
Eine kontinuierliche Glukosemessung kann dabei sehr hilfreich sein. So sehen Sie, wie Ihr Blutzucker auf bestimmte Mahlzeiten reagiert, und Sie können gezielter anpassen.
Auch unter einer rein fettbasierten Ernährung kann Muskelmasse aufgebaut werden.
Aber es ist deutlich schwerer. Deshalb ist es oft sinnvoll, zu experimentieren und herauszufinden, was im individuellen Fall funktioniert. Entscheidend ist am Ende nicht ein einzelner Laborwert, sondern ob relevanter Muskelaufbau gelingt, ob die Leberwerte gut bleiben und ob der Stoffwechsel insgesamt stabil ist.
Vom Gesamtcholesterin lasse ich mich persönlich weniger beeindrucken, solange die übrigen Parameter stimmen. Wenn Werte allerdings extrem ansteigen, etwa in Bereiche von 600, dann ist das nicht mehr akzeptabel.
In solchen Fällen muss man eingreifen. Liegt der Wert nur leicht über der Norm, kann ein differenzierter Blick mit Funktionstests sinnvoller sein als eine vorschnelle Bewertung.
So lässt sich Massezuwachs ganzheitlich fördern: mit gezieltem Krafttraining, einer passenden Energiezufuhr, ausreichend Protein, durchdachten Fetten, einer guten Leberunterstützung und einer Kohlenhydratstrategie, die zu Ihrem Stoffwechsel passt.
Und genau diese individuelle Abstimmung macht oft den entscheidenden Unterschied.