![]()
Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Wie viele Kohlenhydrate machen Sinn? Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Und genau darin liegt der Kern des Themas. Kohlenhydrate sind nicht einfach gut oder schlecht.
Entscheidend ist, welche Menge für Ihren Körper, Ihren Alltag und Ihre Belastung passend ist.
Wenn Sie viel Sport treiben, verbrauchen Sie natürlich mehr Kohlenhydrate. Dann ist es oft sinnvoll, nicht zu streng zu reduzieren.
Kohlenhydrate sind ein wichtiger Energieträger. Sie werden vor allem dann problematisch, wenn Sie über längere Zeit deutlich mehr zuführen, als Sie verbrauchen. Wenn Ihr Gewicht stabil bleibt, ist das erst einmal ein gutes Zeichen dafür, dass Sie nicht grundsätzlich zu viel essen.
Und trotzdem reicht das Körpergewicht allein nicht aus. Auch Blutfettwerte, Harnsäurewerte und andere Laborwerte sollten mit betrachtet werden. Denn die Frage ist nicht nur, ob Sie Ihr Gewicht halten.
Die Frage ist auch, wie Ihr Stoffwechsel auf die Ernährung reagiert.
Kohlenhydrate führen zu einer Insulinausschüttung. Diese Insulinausschüttung ist nicht grundsätzlich unerwünscht.
Im Gegenteil: In einer gewissen Menge ist sie sogar wichtig. Das gilt auch für Frauen, weil das Hormonsystem, vor und nach der Menopause, auf eine gewisse Stoffwechselbalance angewiesen ist. Ein völliger Verzicht auf Kohlenhydrate ist daher nicht für jeden sinnvoll.
Allerdings essen viele Menschen im Alltag so, dass sie gar kein gutes Gefühl dafür haben, wie stark ihr Blutzucker und ihr Insulin reagieren. Genau hier helfen Messdaten. Besonders die kontinuierliche Glukosemessung kann dabei unterstützen, den eigenen Kohlenhydratbereich besser zu verstehen.
Sie zeigt Ihnen, wie Ihr Körper auf bestimmte Mahlzeiten reagiert.
In manchen Fällen kann es sogar sinnvoll sein, mindestens zweimal pro Woche eine Portion Kohlenhydrate zu essen. Sonst kann der Zyklus entgleisen, und es kann sich eine funktionelle Insulinresistenz entwickeln.
Das bedeutet nicht, dass mehr immer besser wäre. Aber es zeigt, dass auch zu wenig Kohlenhydrate nicht für jeden die richtige Lösung sind.
Und Sie bewegen sich immer in einem biologischen Korridor.
Dieser Korridor ist individuell. Je mehr Muskelmasse Sie haben und je mehr Sie sich bewegen, desto weiter kann dieser Bereich nach oben offen sein. Wer viel Sport macht, kann oft mehr Kohlenhydrate gut verarbeiten als jemand mit wenig Aktivität.
Auch die Speicherkapazität spielt eine Rolle. Wenn die Speicher in Muskel und Leber bereits voll sind, ist die Kohlenhydratverträglichkeit oft schlechter. Dann ist auch die Insulinverträglichkeit ungünstiger.
Schlaf, Cortisol und Stress beeinflussen diesen Zustand ebenfalls. Nach einer schlechten Nacht oder bei hohen Cortisolspiegeln können Sie Kohlenhydrate manchmal deutlich schlechter vertragen als an einem anderen Tag.
Die eigentliche Leitfrage lautet deshalb nicht: Sind Kohlenhydrate generell gut oder schlecht? Sondern: Mit welcher Ernährung fühlen Sie sich leistungsfähig, regenerieren gut und halten Ihr Wunschgewicht? Wenn Sie mehr Kohlenhydrate essen und sich damit wohlfühlen, ist das ein wichtiger Hinweis.
Wenn Sie sich mit weniger Kohlenhydraten stabiler fühlen, kann auch das richtig sein.
Und dann sollten Sie das, was Sie nicht nur fühlen, sondern auch messen können, mit Daten unterfüttern.
Blutwerte, Glukoseverläufe und Ihr persönliches Befinden zusammen geben Ihnen die beste Orientierung. So lässt sich die für Sie passende Menge an Kohlenhydraten besser eingrenzen.
Am Ende geht es nicht um starre Regeln.
Es geht um die richtige Menge für Ihren Körper. Und diese Menge liegt oft irgendwo in der Mitte zwischen zu wenig und zu viel. Genau dort beginnt die praktische, individuelle Antwort auf die Frage, wie viele Kohlenhydrate wirklich Sinn machen.