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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit

NEM Masterclass Lektion 2 - Individuelle Bedürfnisse erkennen

Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.

Video-Transkript

Individuellen Nährstoffbedarf erkennen: Wissenschaftliche Grundlagen zur personalisierten Nahrungsergänzung

Jeder Mensch ist biochemisch einzigartig. Konkret bedeutet Individualität, dass nicht alle die gleichen Nährstoffbedürfnisse besitzen.

Häufig werden Durchschnittswerte als Maßstab herangezogen etwa die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Diese Empfehlungen verhindern zwar allgemeine Mangelerkrankungen, berücksichtigen aber nicht die individuellen Besonderheiten, z.

B. Unterschiede in der mitochondrialen Funktion.

Viele Menschen besitzen genetische Varianten, sogenannte Polymorphismen (SNPs). Ein bekanntes Beispiel ist das MTHFR-Gen: Wer es trägt, kann synthetische Folsäure nicht ausreichend in bioaktives Folat umwandeln.

Das Ergebnis kann ein funktioneller Folsäure- und B-Vitamin-Mangel sein, obwohl äußerlich kein klassischer Mangel vorliegt.

Weitere relevante Gen-Varianten betreffen etwa den Vitamin-D-Rezeptor.

Manche benötigen deutlich höhere Dosen Vitamin D, um optimale Spiegel zu erreichen, während andere schon auf kleine Mengen sensibel reagieren. Der aktuelle Kontext schlägt also das starre Lehrbuchwissen Alter, Geschlecht, Genetik, Toxinbelastung und Lebensstil verändern den individuellen Bedarf oft täglich.

In der Praxis bedeutet das: Ein festes Nahrungsergänzungs-Schema eignet sich selten dauerhaft. Viele Präparate müssen in bestimmten Lebensphasen angepasst werden. Lediglich einige Basis-Substanzen, wie Magnesium und Folsäure bei entsprechendem Bedarf, begleiten uns häufig langfristig.

Am wichtigsten bleibt aber: Funktionelle Diagnostik ist essenziell, um den individuellen Mikronährstoffbedarf zu bestimmen.

Eine Laboranalyse ist hilfreich, gibt aber nur ein Teilbild. Viele Messungen erfolgen im Blutserum, etwa bei Magnesium.

Doch der Körper priorisiert das Überleben und hält die Magnesiumkonzentration im Blut stabil, selbst wenn ein intrazellulärer Mangel vorliegt. Den Magnesiumstatus beurteilt man daher besser im hochnormalen Serum-Bereich oder per Vollblutmessung.

Die Vollblutanalytik bietet auch bei Spurenelementen wie Zink eine realistischere Einschätzung, weil sie den Zellgehalt berücksichtigt.

Statisch gemessene Werte, wie Vitamin B12 im Serum, sind oft wenig aussagekräftig.

Funktionelle Marker wie Homocystein helfen, den tatsächlichen B-Vitamin-Status zu beurteilen: Ist der Homocysteinspiegel niedrig, ist die Versorgung mit B6, Folsäure und B12 wahrscheinlich in Ordnung.

Bei erhöhtem Homocystein sucht man nach weiteren Ursachen, etwa durch die Bestimmung von Holotranscobalamin oder Methylmalonsäure.

Auch Eisen lässt sich nicht einfach anhand des Serumeisens beurteilen.

Ferritin, Transferrin und die Transferrinsättigung ermöglichen eine genaue Abschätzung des Eisenspiegels unter Berücksichtigung entzündlicher Prozesse. Ebenso beeindruckend ist der Zusammenhang zwischen Symptomen und Mikronährstoffstatus: Muskelzucken oder Lidflattern können auf einen Magnesium- oder Kaliummangel hindeuten, weiße Flecken an den Fingernägeln auf Zinkmangel oder verzögerte Wundheilung auf Protein- oder Zinkmangel.

Die Ursachen eines Mangels sind vielfältig. So verbrauchen Menschen mit Insulinresistenz oder Diabetes mehr Chrom, Vanadium und Magnesium. Chronischer Stress wirkt als 'Nährstoff-Staubsauger': Cortisol bewirkt eine erhöhte Ausscheidung von Magnesium und Zink.

Vitamin C wird durch die Nebennieren rasch aufgebraucht. Zentral bleibt: Die Ursache des Problems sollte erkannt und ursächlich behandelt werden, bevor man blind supplementiert.

Der Darm fungiert als Gatekeeper: Eine gestörte Barrierefunktion (etwa bei Leaky Gut) verhindert die adäquate Aufnahme von Mikronährstoffen auch durch hochwertige Ergänzungen.

Erst nach der Sanierung der Darmschleimhaut und der Reduktion entzündlicher Reize kann eine gezielte und bioverfügbare Supplementierung greifen.

Grundsätzlich brauchen alle Menschen eine gewisse Mikronährstoff-Basisversorgung.

Doch ob diese zum Beispiel beim Magnesium bei 100, 400 oder 1.600 Milligramm liegt, ist individuell verschieden. Viele Menschen profitieren von einer regelmäßigen Kontrollmessung. Zu hohe Magnesiumdosen führen meist 'nur' zu Durchfällen, eine echte Vergiftung ist oral kaum erreichbar.

Wenn ein Mikronährstoffmangel ausgeglichen wird, ist das Problem nicht zwangsläufig dauerhaft beseitigt meist sind langfristige Maßnahmen, etwa eine angepasste Ernährung, nötig.

Besonders in der Schwangerschaft ist eine konsequente Anpassung der Dosierung wichtig. Funktionelle Diagnostik anstelle pauschaler Standardempfehlungen bleibt der Schlüssel zu einer wirklich individuellen und langfristig gesunden Nährstoffversorgung.


Quellen: Vitamin B, Alpha-Lipoic Acid and Benfotiamine in Diabetic Peripheral Neuropathy A Critical Review of Mechanistic Rationale and Clinical Evidence Within a Nutritional Therapeutic Framework., MTHFR variants modify the association between pre-pregnancy BMI and postpartum abnormal glucose tolerance among women with gestational diabetes mellitus., The roles of folate MTHFR genetics vitamin B12 in pregnancy outcomes.

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