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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit

Masterclass Lektion 4 NEM Synergien und Wechselwirkungen

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Synergien und Wechselwirkungen bei Nährstoff-Supplementationen: Das sollten Sie wissen

Im Bereich der Nahrungsergänzung spielt das Wissen um Synergien und Wechselwirkungen einzelner Nährstoffe eine entscheidende Rolle für Ihre Gesundheit.

Es gibt einige Nährstoffe, die gemeinsam eingenommen werden sollten, und wiederum andere, die getrennt zuzuführen sind. Welche Kombinationen sind sinnvoll? Und welche könnten sogar nachteilig sein? Sehen wir uns die wichtigsten Beispiele aus der aktuellen medizinischen Praxis genauer an.

Synergistische Kombinationen: Mehr als die Summe der Teile

Ein klassisches Beispiel für einen Synergismus ist die Kombination von Vitamin D3 mit Vitamin K2. Vitamin D3 erhöht signifikant die Resorption von Kalzium aus dem Darm in das Blut.

Hauptsächlich wird Vitamin D zwar für seine hormonelle, antientzündliche Wirkung eingesetzt, es beeinflusst aber immer auch den Kalziumstoffwechsel. Ist der Vitamin-D-Spiegel erhöht, denkt der Körper an einen Kalziummangel und steigert die Kalziumaufnahme.

Für stabile Knochen und Zähne ist das wünschenswert, doch bleibt Kalzium im Blut, sofern nicht genug Vitamin K2 vorhanden ist. Es droht die Ablagerung von Kalzium in den Blutgefäßwänden anstelle einer verbesserten Knochendichte.

Eine zentrale Rolle kommt hier dem sogenannten Matrix-GLA-Protein zu: Dieses verhindert die Verkalkung von Arterien und Weichgewebe. Auch das Osteocalcin, das Kalzium in Knochen und Zähnen einlagert, ist betroffen.

Beide Proteine sind zunächst inaktiv und werden erst durch Vitamin K2 aktiviert. Aus diesem Grund sollte Vitamin D stets mit Vitamin K2 kombiniert werden.

Bereits unmittelbar nach der Geburt erhalten Neugeborene in Deutschland eine Vitamin-K-Gabe, um das Risiko von Hirnblutungen zu minimieren ein deutlicher Hinweis darauf, wie kritisch die Versorgungslage mit Vitamin K ist.

Werden in der Supplementation hohe Dosen Vitamin D eingenommen, ist die zusätzliche Gabe von K2 essenziell, um die Aufnahme und Verteilung des Kalziums zu regulieren.

Ein weiteres Beispiel für Synergien betrifft Eisen und Vitamin C.

Hierbei dient Vitamin C als starkes Reduktionsmittel, das dreiwertiges, pflanzliches Eisen in die besser aufnehmbare zweiwertige Form umwandelt. Zusätzlich verhindert Vitamin C die Bildung schwer löslicher Eisenkomplexe im Darm.

Besonders wenn Sie eisenhaltige Nahrung oder Präparate zu sich nehmen, ist die Kombination mit Vitamin C ratsam. Das optimiert die Eisenaufnahme und wirkt sich letztlich auch positiv auf Ihre zelluläre Energieproduktion aus.

Nährstoffantagonisten: Was Sie nicht zusammen einnehmen sollten

Es gibt auch Kombinationen, die Sie möglichst vermeiden sollten. Ein wesentliches Beispiel ist das Zusammenspiel von Eisen und Kalzium.

Beide nutzen denselben Transportweg im Darm (DMT1) und stehen miteinander in Konkurrenz die Aufnahme von Eisen sinkt deutlich, wenn gleichzeitig kalziumreiche Lebensmittel oder Präparate zugeführt werden.

Wer also ein Eisenpräparat mit einem Glas Milch zu sich nimmt oder eisenhaltiges Fleisch mit Käse überbackt, muss mit einer verminderten Eisenresorption rechnen.

Beim häufig propagierten Verhältnis von Kalzium zu Magnesium stimmen die klassischen Angaben oft nicht mit den aktuellen Lebensbedingungen überein.

Die meisten Menschen haben durch Ernährung und Supplementation einen Kalziumüberschuss, während der physiologisch relevante Magnesiummangel unterschätzt wird. Kalzium und Magnesium konkurrieren bei hohen Einzeldosierungen um ähnliche Transportwege, sodass insbesondere bei einer Supplementation auf das Gleichgewicht und oft auf eine höhere Magnesiumgabe geachtet werden sollte.

Ein weiteres Problem können Multivitaminpräparate erzeugen, wenn sie zu viele sich gegenseitig beeinflussende Stoffe enthalten. Zink beispielsweise wird oft ohne Kupfer zugesetzt nimmt man beides gleichzeitig, konkurrieren die Mineralstoffe um die Resorption und es kann zu Mangelerscheinungen kommen.

Deshalb gilt: Prüfen Sie die Blutspeicher und führen Sie gegebenenfalls problematische Nährstoffe zeitlich versetzt zu.

Am Ende zählt die optimale Versorgung Ihres Körpers und nicht, ob jede einzelne Einnahme exakt nach Lehrbuch erfolgt.

Wichtig ist, bei unklaren Mangelerscheinungen gezielt auf Synergien und Antagonismen zu achten und im Zweifel Laborwerte zurate zu ziehen.

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