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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit

Salzdosierung, Was ist wirklich gesund?

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Die richtige Salzdosierung: Was ist wirklich gesund?

Salz ist ein zentrales Thema, wenn es um gesunde Ernährung und Langlebigkeit geht. Viele Menschen sind verunsichert: Einerseits warnen zahlreiche Ratgeber vor zu hohem Salzkonsum, andererseits lesen Sie, wie wichtig Natrium für wesentliche Funktionen im Körper ist, etwa den Energiestoffwechsel.

Wie sollte man also mit Salz umgehen, damit Sie Ihrem Körper weder schaden noch wichtige Prozesse beeinträchtigen?

Ein wichtiger Punkt: Bei einem Teil der Bevölkerung kann Salz tatsächlich den Blutdruck erhöhen vor allem, wenn parallel zu wenig Wasser getrunken wird.

Genau dieses Risiko hat allerdings dazu geführt, dass Salz in der Öffentlichkeit fast verteufelt wird. Immer wieder sehe ich Patienten, deren Blutwerte bei Natrium und Chlorid zu niedrig sind.

Natrium und Chlorid sprich Kochsalz gehören zu den wichtigsten Blutelektrolyten überhaupt.

Sie benötigen Natrium und Chlorid für die Zellfunktion, einen funktionierenden Organismus, für Stoffwechsel und Zellkommunikation.

Fehlen diese Elemente, geraten zentrale Abläufe ins Wanken. Daher empfehle ich Menschen mit niedrigen Salzspiegeln, ihre Salzzufuhr zu steigern was häufig nicht leicht fällt, weil das Thema niedriger Salzkonsum als durchwegs gesund gilt.

Wer hingegen mehr Salz essen möchte, stößt oft auf Unverständnis, auch wenn die aktuelle Studienlage etwas anderes nahelegt.

Blicken Sie einmal zurück: Unsere Vorfahren haben deutlich mehr Salz konsumiert als wir heute.

Im Ersten Weltkrieg galt beispielsweise die Tagesration von 25 Gramm Salz ähnlich wichtig wie 25 Gramm Schokolade auch, weil Lebensmittel mangels Kühlung durch Salz haltbar gemacht wurden. Die Lebensweise damals war wesentlich salzreicher.

Die heutigen Probleme mit zu viel Salz treten meistens erst bei isoliertem, konzentriertem Konsum ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr auf. Wenn Sie etwa stark gesalzene Chips essen und kaum trinken, können ungünstige Prozesse wie ein Anstieg der Harnsäure, Heißhunger auf Fruchtzucker und sogar ein erhöhter Blutdruck die Folge sein.

Und: Zu viel Salz lässt sich meist vermeiden, wenn Sie ausreichend trinken. Wer salzreiche Speisen genießt, sollte statt natriumreichem Mineralwasser lieber zu Leitungswasser oder natriumarmen Wässern greifen.

Das hilft, das Salz im Körper wieder auszugleichen und unterstützt die Regulation des Salzhaushalts.

Interessanterweise begegnen mir in der Praxis deutlich mehr Menschen mit zu niedrigen als mit zu hohen Salzspiegeln.

Es ist ratsam, den individuellen Salzstatus ab und an durch eine Blutuntersuchung überprüfen zu lassen, statt pauschalen Ernährungsempfehlungen zu folgen. Im Zusammenhang mit Salzmangel gibt es noch einen weiteren Aspekt: Immer häufiger trifft man Menschen, die Basenpulver oder basische Nahrungsergänzungsmittel verwenden, um žsäurearmÜ zu leben.

Solche Pulver enthalten meist Natriumbicarbonat. Zwar kann kurzfristig die Einnahme von Natriumbicarbonat sinnvoll sein, etwa im Rahmen eines Fastens, doch bei dauerhafter Benutzung droht ein Chloridmangel.

Das liegt daran, dass dem Körper isoliert Natrium zugeführt wird Ihr Organismus benötigt jedoch eine ausgeglichene Menge an Natrium und Chlorid. Der langfristige Einsatz von Natriumbicarbonat ist daher keine ideale Lösung.

Falls Sie größere Mengen Salz nicht gut vertragen oder Sorge vor Kochsalz haben, können Sie auf eine Alternative ausweichen: das sogenannte Pan-Salz. Pan-Salz enthält weniger Natriumchlorid und ist mit Kalium und Magnesium angereichert.

Es schmeckt nicht identisch wie herkömmliches Salz viele empfinden es als leicht bitter bietet aber den Vorteil, dass Sie Ihre Salzaufnahme bewusst erhöhen können, ohne reines Kochsalz einzusetzen.

Kalium, das in Pan-Salz enthalten ist, nehmen viele ohnehin zu wenig auf, da Obst und Gemüse dafür nur sparsam verzehrt werden.

Für jene, die mehr salzen möchten, aber einen Kompromiss suchen, ist Pan-Salz ein praktikabler Weg, besonders wenn reguläres Kochsalz nicht vertragen wird oder ein bewusster Salzgenuss im Mittelpunkt steht.

Zwar ist es teurer und unterscheidet sich geschmacklich, einige Menschen berichten aber, dass sie auf diese Weise besser und mit einem guten Gefühl salzen können.


Quellen: Intervention Using Low-NaK Seasonings and Dairy at Japanese Company Cafeterias as a Practical Approach to Decrease Dietary NaK and Prevent Hypertension.

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