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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit
Transparenz-Hinweis (EU AI Act): Die Videoinhalte stammen zu 100% von Dr. Gersch oder seinem medizinischen Team. Das Titelbild und die Text-Zusammenfassungen wurden hingegen maschinell durch eine KI (Künstliche Intelligenz) generiert und sind nicht gesondert ärztlich überprüft.
Resveratrol ist ein Polyphenol aus verschiedenen Pflanzen. Bekannt ist es vor allem aus Trauben und damit auch aus der roten Farbe der Traube. In der Longevity-Medizin hat Resveratrol eine lange Geschichte.
Und dennoch gilt es als Substanz, deren Nutzen als eigentliche Langlebigkeitsstrategie eher begrenzt ist. In manchen experimentellen Modellen, etwa bei Würmern, wurden Effekte beschrieben. In der klinischen Praxis ist die Einordnung jedoch deutlich differenzierter.
Ein häufiger Grund, warum Resveratrol überhaupt eingesetzt wird, ist sein Einfluss auf den Östrogenabbau in der Leber. Wenn bei einer Patientin ein erhöhter Östrogenspiegel oder eine Östrogendominanz vermutet wird, kann es sinnvoll erscheinen, nicht an der Produktion selbst anzusetzen, sondern den Abbau zu unterstützen.
Auf diese Weise lassen sich erhöhte Östrogenspiegel manchmal normalisieren. Das ist allerdings kein Schema, das man blind anwenden sollte. Solche Überlegungen gehören immer in eine ärztliche Beurteilung im Einzelfall.
Und genau hier wird es in den Wechseljahren interessant. In der Perimenopause kommt es oft zu deutlichen Schwankungen der Hormonproduktion. Nicht jeder Wechsel verläuft gleich. Bei manchen Frauen sinkt der Östrogenspiegel abrupt, bei anderen langsamer.
Häufig zeigt sich zunächst sogar noch eine Phase mit vermehrter Östrogenproduktion, bevor später Progesteron und danach auch Östrogen abnehmen. Diese Schwankungen machen die Beschwerden oft schwer vorhersagbar.
Östrogen wird in diesem Zusammenhang nicht nur als Sexualhormon betrachtet, sondern auch als Hormon mit Einfluss auf Gefäße und Temperaturregulation. Zirkulierendes Östrogen kann Blutgefäße enger stellen.
Fehlt es oder schwankt es stark, kann sich die Gefäßweite verändern. Dann strömt plötzlich wärmeres Blut stärker durch, und das kann als Hitzewallung wahrgenommen werden.
Auch Schwitzen ist in diesem Zusammenhang typisch.
Viele Frauen erleben diese Phase als sehr belastend, gerade weil die Östrogenausschüttung oft pulsatil ist. Einmal ist genug Hormon vorhanden, dann wieder nicht.
Das erklärt, warum Hitzewallungen in der Perimenopause so häufig problematisch sind. Und es erklärt auch, warum eine Substanz, die den Östrogenabbau beeinflusst, nicht für jede Frau in jeder Phase gleich gut passt.
Wenn Sie Resveratrol einnehmen und mehr Hitzewallungen bemerken, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich Ihr hormonelles Milieu verändert hat. Vielleicht war Resveratrol in einer früheren Phase noch sinnvoll, etwa bei höherem Östrogenspiegel oder bei einer ausgeprägteren Östrogendominanz.
Später kann derselbe Ansatz aber zu Beschwerden führen, wenn die Östrogenspiegel bereits niedriger sind. Dann sollte man nachmessen und die Situation neu bewerten.
Wichtig ist dabei: Setzen Sie solche Präparate nicht einfach auf eigene Faust ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer „rztin oder Ihrem Arzt darüber.
In der Perimenopause muss man flexibel bleiben und sich an die Gegebenheiten anpassen. Was zu einem früheren Zeitpunkt sinnvoll war, kann später seinen Stellenwert verlieren.
Und wenn es nicht mehr um eine Östrogendominanz geht, fällt für viele Behandelnde der Hauptgrund für Resveratrol weg.
Dann wird weitergedacht. Möglich ist zum Beispiel auch, dass eher der Progesteronspiegel zu niedrig ist. Oder dass ein anderes pflanzliches Präparat besser passt, das eher an Östrogenrezeptoren ansetzt.
Seit kurzem gibt es außerdem die Möglichkeit, zentrale Rezeptoren zu beeinflussen, die die Körperwärme in der Perimenopause und Menopause mitsteuern. Solche Ansätze können bei Hitzewallungen mitunter gut helfen.
Wenn Sie feststellen, dass Resveratrol die Beschwerden reproduzierbar verschlechtert, also mehr Hitzewallungen beim Einnehmen und weniger beim Absetzen auftreten, dann ist das ein deutlicher Hinweis auf einen Zusammenhang.
Das ist nicht eingebildet. Ihr Eindruck ist relevant und sollte in die weitere Beurteilung einfließen.
Grundsätzlich gilt auch bei Resveratrol: Eine biologische Wirkung kann Nebenwirkungen haben.
Deshalb ist die Evidenz immer mit zu prüfen. Viele nehmen Resveratrol aus anderen Gründen ein, etwa im Rahmen von Longevity-Konzepten. Doch auch dort lohnt es sich, die tatsächliche Wirkung kritisch zu hinterfragen.
Eine Substanz kann interessant sein, ohne dass sie für jede Situation geeignet ist.
Zu viel Resveratrol kann ebenfalls Nebenwirkungen auslösen. Das betrifft in der Praxis zwar nicht viele Menschen, weil es eine relativ teure Substanz ist und daher selten hoch dosiert wird.
Möglich wäre eine Überdosierung aber grundsätzlich. Gerade deshalb sollte man immer auf das individuelle Wirkprofil achten und bei neuen Symptomen neu evaluieren.
Wenn Sie also Resveratrol einnehmen und Hitzewallungen bemerken, ist das kein Zufall, den man sofort abtun sollte.
Es kann mit der hormonellen Situation zusammenhängen, besonders in der Perimenopause. Und es lohnt sich, zu prüfen, ob Resveratrol in Ihrer aktuellen Lebensphase überhaupt noch die richtige Empfehlung ist.