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Dr. Gerschs Wissensarchiv | Von chronischer Krankheit zu Langlebigkeit

Parodontitis, Zahnfleischbluten und Probiotika

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Parodontitis, Zahnfleischbluten und Probiotika: Innovative Ansätze für die Mundgesundheit

Parodontitis ist nicht nur eine zahnärztliche Diagnose, sondern beeinflusst den gesamten Gesundheitszustand, insbesondere wenn es um Langlebigkeit geht.

Es stellt sich daher die Frage, was Sie über die klassische Behandlung Ihres Zahnarztes hinaus tun können, um Entzündungen im Mundraum nachhaltig zu verbessern und so langfristig gesund zu bleiben.

Die Mundhygiene nimmt eine zentrale Rolle für Ihr Entzündungsniveau im Körper ein. Bestehen hier Defizite, erschwert dies ein entzündungsfreies Leben. Damit sinken auch die Chancen auf gesundes Altern.

Viele Patienten greifen aus Gewohnheit zu fluoridhaltiger Zahnpasta doch neuere Erkenntnisse zeigen, dass Fluorid nicht immer sinnvoll ist. Stattdessen sollte der Fokus stärker auf das Oralmikrobiom gelegt werden.

Fluorid kann dieses Mikrobiom sogar stören. Eine Empfehlung ist die Verwendung von Zahnpasta mit Bicarbonat. Diese kann das bakterielle Milieu im Mundraum günstiger beeinflussen.

Oft wird die Rolle von Probiotika im Zusammenhang mit Parodontitis diskutiert.

Besonders Lactobacillus reuteri ist Gegenstand aktueller Forschung, da er nachweislich den unerwünschten Streptococcus mutans hemmen kann. Dieser Keim gilt als bedeutendster Auslöser von Karies und fördert die Säureproduktion im Mund.

Wird die Aktivität von Streptococcus mutans reduziert, kann sich das insgesamt günstig auf die Mundflora auswirken.

Vor jeglicher Intervention lohnt jedoch eine gezielte Diagnostik: Mit modernen Speicheltests können Sie Ihr individuelles orales Mikrobiom analysieren lassen.

Ein niederländisches Labor bietet hierzu spezifische Parodontitis-Tests an. Nach einem einfachen Abstrich erhalten Sie präzise Informationen darüber, welche Bakterien Ihren Mundraum aktuell besiedeln ein entscheidender Fortschritt für eine zielgerichtete Therapie.

Statt wahllos Probiotika einzunehmen, ist es klüger, die vorhandenen schädlichen Bakterien gezielt zu identifizieren. Kommt ein Probiotikum zum Einsatz, empfiehlt sich eine Kautablette, damit die Inhaltsstoffe direkt im Mund wirken können.

Es ist aber wichtig zu wissen, dass nicht jedes Milchsäurebakterium per se nützlich ist. Manche könnten die schlechte Bakterien verdrängen, andere wiederum das Problem verschlimmern.

Einige der effektiven Methoden zur Reduktion unerwünschter Bakterien können pflanzliche Öle wie Teebaumöl, Oreganoöl oder Pfefferminzöl sein. Ein praktischer Tipp: Tragen Sie ein paar Tropfen auf ein Taschentuch auf, benetzen Sie Zahnseide damit und reinigen Sie so die Zahnzwischenräume.

Dadurch wird aus einer rein mechanischen Reinigung auch eine biochemisch aktive.

Weiterhin hat auch Ihre Atmung einen großen Einfluss auf die Mundgesundheit. Das gewöhnliche Atmen durch den Mund trocknet die Schleimhäute aus, mindert die antimikrobielle Wirkung des Speichels und begünstigt so die Ansiedlung schädlicher Bakterien.

Der Mund sollte daher möglichst geschlossen bleiben, um optimale Bedingungen für die Selbstreinigung durch Speichel zu schaffen. Eine gezielte Atemtherapie kann helfen, die Mundatmung abzutrainieren und die langfristige Mundgesundheit zu fördern.

Letzten Endes sollten alle Maßnahmen zur Verbesserung der Mundgesundheit individuell auf Ihre Situation abgestimmt werden. Innovative Tests, cleverer Einsatz von Probiotika und eine bewusste Lebensweise sind entscheidende Bausteine für weniger Zahnprobleme und eine bessere Lebensqualität.


Quellen: Dual probiotic intervention with Lactiplantibacillus plantarum Kmiate-6 and Pediococcus acidilactici Kmiate-15 improves periodontal health and oral microbiota balance in dogs.

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